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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1929) · p. Seite 46

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1929)
Article
Die Auflösung des Gelübdes
Date
1929-01-01
Page
Seite 46 (sequence 14)
Language
German
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46 .1פותחין בחדסד. Dieser Grundsatz, der sich auch in der amoräischen Zeit infolge des ihm widersprechenden נולד Standpunktes einer alten Majorität schwer durchgesetzt hatte, ist eine gerade Folgerung aus dem ethischen Prinzipe und wird der Auflösung schlechthin zufolge, die wie gesagt aus dem irrtümlichen Gelübde entstanden ist, in den Hintergrund gerückt. Die Ansicht der Gelehrten, die das Gelübde als solches geringschätzten, dringt in das Volk,. Es verliert täglich an Ansehen, um schließlich in der amoräischen Zeit zu einem fast inhaltslosen und absterbenden Brauche herabzusinken. Die größten Amoräer wie Rab2, Samuel3, R. Johanan4, R. Jehuda5, R. Huna6, R. Nachman, Raba7 u. v. a. legen dem Gelübde überhaupt fast keine Bedeutung bei, ja einige zeihen sogar den Voventen, der sich in seinem Zornausbruche dazu hinreißen ließ, der Sünde8. Es ist jedoch nicht zu verkennen, daß hie und da ein Gelehrter sich an das Alte klammert9, der bei der Auflösung nicht leichtfertig verfährt. Wir haben ja übrigens einleitend dargetan, daß auch in der amoräischen Zeit einige Splitter der alten Vorstellungen ausfindig zu machen sind. Es liegt in der Natur der Sache, daß sich das Volk andere Formen ausfindig macht, um seinen Gewohnheiten fröhnen zu können. So entlehnte das Volk die Erwähnung Gottes aus dem Eide und übertrug dies auf das Gelübde, um es auf dieser Art zu kräftigen10. Ein zweites Mittel war in der Zeit der letzten Amoräer das öffentliche Gelübde oder das Gelübde im Sinne der Oeffentlichkeit נדר ברבים und 11גדר על דעת רבים. Das alles zeigt aber, daß das Gelübde bereits tief gesunken ist. In der gaonäischen Zeit erfährt die Auflösung infolge des Protestes der Karäer eine Einschränkung und macht durch anderweitige Einflüsse bis auf den heutigen Tag verschiedene Phasen durch, was ich in einem anderen Aufsatz darzutun gedenke. 1 B. Ned. 21b, 22b und 3er. Ned. 9r Beide Talmude erkennen, daß die Reue mit נולד sich nicht vereinbaren läßt. Die Antwort R. Johanans in jer. Ned. 9! התהות מצויה und die Antwort Rabinas דשכיחי אפיקודי דמצערי רבנן in b. Ned. 23a ändert nichts an der Sache. Von großem Interesse ist Josephus; Altert. V. 212, der in der פלגש בגבעה Erzählung eine Ansicht seiner Zeit widerspiegeln läßt, nach der ein Eid, im Zorne und ohne Ueberlegung geleistet, somit eine unethische Tendenz hat, keine göttliche Strafe nach sich zieht, falls er nicht gehalten wird. 2 B. Gittin 35a, Ned. 77a. 3 B. Ned. 22a. 4 Jer. Ned. 917 י. 5 jer Ned 6 B. Ned. 21b, 76b und Gittin 35a. 7 B. Ned. 22b. f 8 Mar Samuel nach Ned. 22a, R. Jonatan nach Gittin 45b, Ned. 22a und R. Elasar hakapar nach Ned. 10a. 9 Z. B. R. j’irmija in jer. Ned. 9r 10 נזקקין לאלדד ישראל Ned. 22b und Parallele. 11 B. Gittin 36a.

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