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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1929) · p. Seite 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1929)
Article
Aus der neuesten Mischnaliteratur [Rezension]
Date
1929-01-01
Page
Seite 25 (sequence 22)
Language
German
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25 Mit obigen Ausstellungen soll keineswegs das große Verdienst Kassowskys beeinträchtigt werden. Für seine hingebungsvolle Arbeit gebührt ihm der größte Dank. Damit sollte nur gezeigt werden, wie wünschenswert es wäre, wenn Verf. für seine weiteren Konkordanzen einen geschulten Philologen zu Hilfe nimmt. Verf. versichert, mit zehn Hilfskräften eine Talmudkonkordanz in einem Jahre schaffen zu können. Ref. glaubt, daß es besser wäre, noch einige Jahre warten zu müssen, dafür aber eine in jeder Hinsicht brauchbare, auf wissenschaftlicher Basis aufgebaute Talmudkonkordanz zu erhalten. Eine vorübergehende Spannung zwischen den Hochschulen Judäas und Babylons. Von Adolf Schwarz in Wien. Dem Andenken meines Freundes Leon Kellner (1859—1928) gewidmet. Ernste Männer, die Jahrzehnte hindurch in inniger Freundschaft miteinander verbunden sind und durch kontinuierlichen Gedanken*־ austausch ihr eigenes Denken vertiefen,• werden niemals auf den Einfall kommen, die reziproke Beeinflussung gegeneinander abmessen zu wollen, um festzustellen, wer von beiden den größeren Gewinn davonträgt. Denn abgesehen davon, daß uns Menschen der richtige Maßstab für geistige Beeinflussung gänzlich fehlt, sind wir auch gar nicht in der Lage, zwischen geistigem Geben und Nehmen eine feste Grenz- und Scheidelinie zu ziehen. Das weiß derjenige am besten, welcher eine Frage zur Diskussion stellt und schon während der Debatte die eigene Frage in einem ganz neuen Lichte erblickt. Freilich gibt es überall und immerdar Menschen auf der einen Seite, die in übertriebener Bescheidenheit sich stets als Nehmende betrachten, und auf der andern Seite wieder, die in ihrem Dünkel immer als die Gebenden gelten wollen. Aber diese Verkennung des eigentlichen Sachverhaltes, der wir im gesellschaftlichen und politischen Leben des öfteren begegnen, scheint in der Wissenschaft gänzlich ausgeschlossen zu sein. Oder werden vielleicht Universitäten, die ihre Professoren austauschen, auf den Gedanken kommen, daß, um Namen zu nennen, die Amerikaner bei diesem Austausch den weitaus größeren Gewinn einheimsen? Damit würden sich die Europäer nur lächerlich machen. Nein, der Nutzen dieses Professorenaustausches kann schon deshalb wieder abgemessen noch abgewogen werden, weil er von der Qualität des Hörermaterials abhängt. Oder wäre dieser Nutzen vielleicht nicht derselbe, um nicht zu sagen weit größer, wenn anstatt der Professoren die Studierenden ausgetauscht würden? Wir Juden, wenigstens haben mit den! Jüngeraustausch von jeher die denkbar besten Erfahrungen gemacht. Seitdem es jüdische Hochschulen gibt, haben die verschiedenen Länder, in welchen Juden lebten, nicht die Lehrer, sondern die Hörer ausgetauscht. Wohl haben schon die Prophetenschulen als Akademien gegolten, aber während der ersten Tempelperiode hat es ja im Aus-

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