Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 97 (sequence 4)
- Language
- German
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Bei ל325 מצץ solllc ein Hinweis auf מ׳ ענבים) 3252 מצמץ) nicht fehlen. Ein Wb. muß mit großer Technik gearbeitet werden, damit dem Leser die Benützung leicht fällt. Schließlich möchte ich noch, um מביים בדברי שבח zu sein, auf die schöne Abhandlung über מורנו Morenu 3297 und auf die Realien in מהדעה 3281 hin weisen. Wien. S. Krauss. Herford, R. Travers: The Pharisees. New York (Macmillan) 1924. 248 S. Es ist Abraham Geigers bleibendes Verdienst, in die Jahrtausende alte Mauer von Vorurteilen gegenüber dem Pharisäismus Bresche gelegt und die wissenschaftliche Erkenntnis dieser geschichtlichen Erscheinung in ihren Grundlagen festgestellt zu haben. Unbeschadet mancher Abweichungen im Einzelnen, hat sich heute seine Auffassung im wesentlichen durchgesetzt. Es handelt sich in diesem Falle um mehr als um eine Ehrenrettung der Pharisäer. Die gesamte Erkenntnis des nachexilischen Judentums ist von dem richtigen Verständnis des Pharisäismus abhängig, und wie eng die Probleme der Entstehung des Christentums damit verflochten sind, bedarf keiner Bemerkung. Hier aber liegt die große Schwierigkeit für die Forschung. Für den christlichen wie für den jüdischen Forscher gehört ein außerordentlich hohes Maß von stets wacher Selbstkritik dazu, sich von überkommenen Anschauungen, von apologetischen Tendenzen, von dem Gedanken der Ueberlegenheit seiner Religion, in der er fest wurzelt, frei zu machen. Dafür ist ein klassisches Beispiel Gerhard Kittels schönes Buch ,,Die Probleme des palästinischen Spätjudentums und das Ur- Christentum“. Mit größtem Wahrheitseifer, mit außerordentlicher Objektivität sucht Kittel und stellt er die methodischen Voraussetzungen klar, bemängelt mit Recht die mangelnde Objektivität christlicher und jüdischer Forscher — um schließlich selbst ebenfalls in Apologetik zu verfallen und die Dinge einseitig zugunsten des Christentums zu deuten (s. besonders S. 125 ff.). Wir alle sind nun einmal durch geschichtlich gewordene Ent- Wicklung wie durch gegenwärtige Verhältnisse nicht in der Lage, uns derartig zu objektivieren, daß wir ein richtiges Werturteil über die Höhenlage der beiden Religionen zur Zeit der Entstehung des Christentums abgeben können, weil ein solches Werturteil nach der ethischen wie nach der dogmatischen Seite zu eng mit der Gegenwart verflochten ist. Das Wesentliche ist nicht die zwecklose Frage, welche Religion höher oder tiefer stehe, wenngleich man diese oder jene religiöse Anschauung und Lehre von dem eigenen Standpunkt aus so beurteilen mag, sondern vielmehr die methodisch richtigere und überdies für die gesamte Geistesgeschichte fruchtbare Frage nach der Andersartigkeit der gesamten geistigen Einstellung, aus der die Anders artigkeit des Religionsbegriffs und der religiösen Anschauungen heräusge wachsen ist. Unter den Forschern, die mit größtem Ernst und Wahrheitsmut und mit vorbildlicher methodischer Gründlichkeit die Aufhellung dieses Problems zu ihrer Lebensarbeit gemacht haben, verdient besonders R. Travers Herford genannt zu werden. Seinem 1912 erschienenen Buche ״Pharisaism, its Aim and its Method“ hat er außer einigen kleineren Arbeiten nunmehr in seinem Buche ״The Pharisees“ eine umfassende Darstellung des Pharisäismus folgen lassen. Lauterbachs Studie über Sadduzäer und Pharisäer in der Festschrift für Köhler (1913) ist ihm der Schlüssel zum Verständnis des Pharisäismus geworden. Nach einer Einleitung, die sich mit den bisherigen Bearbeitungen des Themas befaßt, gibt er einen historischen Ueberblick und behandelt sodann in 6 Kapiteln Thora und Tradition, Pharisäer und Synagoge, die Lehren der Pharisäer (2 Kapitel), Pharisäismus und apokryphische Literatur, Pharisäismus im Neuen Testament. Ein neuntes Kapitel faßt die gewonnenen Ergebnisse zusammen. Ref. hat das Buch mit steigendem Genüsse gelesen. Während gegen manche Aufstellungen und Darlegungen in den ersten Kapiteln Widerspruch zu erheben ist, tritt dieser in den späteren Kapiteln immer mehr zurück. Von ganz besonderem Werte sind Herfords methodische Auseinandersetzungen. Er zeigt, daß Pharisäismus und Christentum zwei verschiedene Typen der Religion darstellen, die beide auf Grund ihrer Voraussetzungen ihr volles Recht haben. Er formuliert den Unterschied dahin, die pharisäische Theologie — und das Judentum überhaupt; denn dieses ist Pharisäismus — stelle die Monatsschrift. 72. .tahr/1 anrt