Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 2)
- Language
- German
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95 aber annehmbaren Erklärungen. Als gelungen möchten wir bezeichnen מש Statue, aus משם II Kön 2312 erschlossen; משואה Marsch, Ps 743; משובה Schelte, scolding, Hos 117; in Artikel כבה wird das K’thib Jes 517ל sehr schön gerechtfertigt; in כייר steckt eine sehr schöne Erklärung zu Jes 197. Weniger einleuchtend scheint zu sein, daß משק Jes 334 etwa die Brut der Heuschrecken sein soll, bezeichnend ist, daß B J. sich nicht getraut, das Wort in seinem Sinne zu übersetzen. Exod 102t soll וימש חשך eine Doublette sein für ויהי חשך, das vorher steht (וימש verschrieben für ויהי). In meinen ferneren Bemerkungen folge ich der alphabetischen Reihenfolge des Wörterbuches. Bei מצבה gibt es nicht nur ein kanaanäisches, sondern auch ein assyrisches Aequivalent; s. Ges. 16. Aufl. Ich finde überhaupt zu bemerken, daß B J. von seinen Vorgängern zu wenig Gebrauch gemacht hat. מצבה K’thib Zech 98 wird מצבה gelesen: Wache, Posten; geistreich, paßt .aber nicht zu חכיתי ebda: ich lagere als Posten? מצה zingesäuertes Brot — angeblich ohne sichere Etymologie (BJ. denkt an מצץ, Ges. an .מצד auspressen); ist es nicht erlaubt, an die Wurzel צכם (j. aram. u. syr. ציכמא harter Stein, arab. צכם kräftig sein) zu denken? Umstellung der Wurzelbuchstaben kommt vor! Also מצה von מכצה harter Teig, der nicht ,,aufgeht‘‘. מצופית Fernrohr wird nur aus einer Stelle (R. Chan, zu Erub. 43b) belegt; daß es nicht noch Vorkommen sollte, ist unwahrscheinlich. In dem Deutsch-hebr. Wb. von Laser u. Torczyner wird unter Fernrohr auch מצופות (soll wohl heißen ־ית) gebracht, also ist es in der nh. Umgangssprache gebräuchlich, und nach der Einrichtung des BJ.’sehen Wörterbuches sollte das bemerkt sein. מצוקה soll Hysterie sein, aber die beiden Belegstellen (מצוקת האם) besagen nur Schmerzen der Frau in der Gebärmutter. Bei מקדם s. 3263 wäre der bekannte Satz .אין מוקדם ומאוחר בתורד zu erwähnen gewesen; Stellen s. bei Bacher, Terminologie s. v. קדם. In dem Satze אוריה במקדש ראשון USW. Uria war beim ersten, Zekharja beim zweiten Heiligtum (Makk 24b) ist במקדש doch eine Zeitangabe, was festgestellt werden sollte; vgl. bh. .לעלות המכחד und s. Ges. Uebrigens auch .והיד בתבואות Gen 4724, nh. בזיתים zur Zeit der Olivenlese usw. Unter מקהל bespricht BJ. die Stelle des ,,Poetan“ ובמקהלות רבבות עמך בית ישראל, die er ובמקהלות ZU lesen wünscht (RDK fordert ובמקהלות). Aber ich denke, מקהלות st. cst. wie gewöhnlich in den Siddurim ist ganz gut, denn vgl. מרגלות המטה (das doch auf ein *מרגל zurückgeht); ferner מעשר PI. st. cst. מעשרות; in משמרות (von מסמר) Koh 12u haben wir dieselbe Form sogar in st. abs. BJ. 326ל nimmt auf Grund der Worte des RDK, die er anführt, an, daß .מקוד I Kön 1028 Faden oder Schnur bedeutet (er selbst lehrt anders); das ist wohl nicht richtig, denn RDK meint trotzdem nur, daß .מקוד hier Abgäbe oder Bezahlung bedeutet; vgl. Abu walid ם׳ השרשים ed. Bacher 444: חק ידוע. B J. hat die Manier, wie ich schon oft gerügt habe, wegen jeder irgendwie auffallenden Erscheinung ein neues Wort anzusetzen; so מקשאה* wegen PI. מקשאות (woneben auch מקשיות, wie er selber anführt); wird er nun auf das hin מקיאה מקיאות* oder משנאה משכיות* ansetzen? Das tut er doch seihst nicht! So hat er z. B. auch richtig מראיות von 3301 מראה, obzwar er auch ein Sing. מראית hat 3303. Er hat irrtümlich מקשה wegen des Satzes מקשה של חדד Sabb 90b, wo doch hier מן קשה שבחזיר ZU lesen ist, s. K 0 h u t V, 232, und der Sinn ist : eins von dem harten Haare (Borste) des Schweines. מרחשון richtig von assyr. ירח השמיני ארח שמנא abgeleitet (gegen Kohut V, 248), allein noch besser \väre pers. markazana (Schiaparelli S. 100). מרירי יום, מריר fehlt der Hinweg auf Hiob 35. Daß כנוי לתורה 3370 משיבת Bezeichnung für Thora ist, ist doch nur wegen משיבת כפש Ps 198, und dieser Hinweis fehlt wieder. 3398 משמר Gefängnis, wenn Wachposten im Tempel gehört es zu 2 מ, vgl. Neh 1224. — משמרת Seiher etymologisch nicht erklärt, offenbar will es BJ. vom שמר Piel abgeleitet wissen (vgl. J astro w 856), aber besser wird es von שמרים Hefe abgeleitet (vgl. Kohut V, 277).