Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Studien zur Septuaginta an der Hand der zwölf kleinen Prophetenbücher
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 1)
- Language
- German
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49 Stadien zur Septuaginta an der Hand der zwölf kleinen Prophetenbücher. Von Armand Kaminka in Wien. Inhal t: ‘׳Vorbemerkung. — I. Verhältnis der Uebersetzer zueinander. — II. Verhältnis zu den anderen Prophetenbüchern. — IIH. Verhältnis zu den Psalmen. — IV, Verhältnis zum Pentateuch. — V. Uebersicht der wirklichen oder scheinbaren Konsonantenverwechslungen. — VI. Erklärung der Ab־ weichungen von MT durch die agadische Methode der Schriftdeutung. — VII. Vertrautheit der Uebersetzer mit dem palästin. Vulgär-Hebräisch und mit dem Aramäischen. — VIII. Exegetische Bemühungen der Uebersetzer; ihre philosophischen Anschauungen und ihre Stellung zum Judentum. Vorbemerkung. Die hier vorliegenden Studien befassen sich hauptsächlich mit der ־LXX-Übersetzung zu den zwölf kleinen Prophetenbüchern, deren Sprache, Textverständnis, Methode und Ideen geprüft Und deren scheinbar auf Konsonantenverwechslungen oder anderen Lesarten beruhende Abweichungen vom mas, Text systematisch geordnet werden, um ein Urteil über das Verhältnis zur Vorlage zu ermögliehen. Es werden aber auch zahlreiche Stellen aus anderen Teilen des A. T. herangezogen, um die Verläßlichkeit unserer, teilweise ganz neuen, Ergebnisse zu bestätigen. Diese sollen bei alledem nicht als endgiltig aufgefaßt, sondern zunächst der ־weiteren Forschung zur Beachtung empfohlen werden. So werden unsere Argumente für die merkwürdige Tatsache, daß die gelehrten griechischen Übersetzer die wichtigsten anderen biblischen Schriften und auch die Thora im Urtexte nicht gekannt haben, sicherlich noch genauer erwogen werden müssen; aber wenn sich unsere Annahme bestätigt, wird sie nichts Unmögliches enthalten. Wir werden uns dann nur verstellen müssen, daß die Übersetzung derjenigen Teile des A. T,, welche nicht wie Pentateuch und gewisse Teile der historischen Bücher und der Propheten zu synagogalen Vorträgen gebraucht wurden, einfach sprachkundigen Männern. Laien, anvertraut wurde, welche wohl die jüdischen religiösen Anschauungen bannten, aber in keiner engeren Beziehung zum Kultus standen und daher von den früher übersetzten Werken höchstens das Griechische im Sinne hatten. Daß zu diesen früheren, von besonders gelehrten Männern nach der vom Aristeas-Brief und von Philo gegebenen Darstellung mustergiltig übertragenen und mit Begeisterung aufgenommenen Schriften außer dem Pentateuch auch Teile der historischem Bücher und der Propheten (vielleicht eine Sammlung von Haftar&s] gezählt werden müssen, geht aus einer Feststellung hervor, bei der — wie in mehreren in diesen Studien behandelten Fällen — die talmudische Tradition auf die Septuaginta ein Lieht wirft. Der ausgezeichnete Monatsschrift, 72. Jahrgang.