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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 1 · p. Seite 24

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 1
Article
Zur Deuteronomiumfrage
Date
1928-01-01
Page
Seite 24 (sequence 1)
Language
German
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24 Zur Deuteronomiumfrage Von Harold M. W i e n e r in Jerusalem. (Aus dem Englischen übertragen von B. F.) ״An diesem Tage gebietet dir der Ewige, dein Gott, auszuüben diese Satzungen und Vorschriften: du sollst sie halten und ausüben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele. Du hast an diesem Tage den Ewigen als deinen Gott anerkannt, hast gelobt, in seinen Wegen zu wandeln, seine Satzungen, Gebote und Vor- Schriften zu halten und auf seine Stimme zu hören. Und der Ewige hat dich heute anerkannt, daß du ihm zu eigen seiest, wie er es dir versprochen hat, und daß du alle seine Gebote halten sollst; dich zu erhöhen über alle Völker, die er geschaffen, zum Lobe, zum Ruhm und zur Ehre; daß du ein heiliges Volk seiest dem Ewigen, deinem Gotte, wie er gesprochen hat/‘ (Deut 261619־). Diese Verse haben wir ungekürzt vorangestellt, weil sie uns mitten hineinführen in die Fragen, die wir zu behandeln haben. Wenn man sie sorgfältig prüft, wird man finden, daß sie für unsere Untersuchung von großer Wichtigkeit sind. Erstens drücken sie klar und deutlich aus, was das Ergebnis der vorhergehenden Kapitel sein sollte. Darin liegt eine einzigartige Auffassung von den Beziehungen zwischen Gott und Volk. Zweitens machen sie uns mit einer literarischen Form bekannt, die gleichfalls einzigartig ist, und geben uns dadurch Aufschluß über den literarischen Aufbau des Buches. Drittens bieten sie sichere An haltspunkte für eine Datierung. Diese Punkte sollen jetzt der Reihe nach untersucht werden. I. Das Ergebnis der vorhergehenden Kapitel, so weit es sich auf das Volk bezieht, kann dahin festgestellt werden, daß es sich darum handelt, es zu einem Volke ganz eigener Art zu machen, einem Volk, das dem Ewigen heilig ist, das ihn als seinen Gott anerkennt, das die Verpflichtung auf sich nimmt, ihm zu folgen, seine Satzungen, Gebote und Vorschriften zu beobachten. Hierin stimmt das Deute- 1 Der folgende Aufsatz arbeitet ständig mit Kunstausdrücken des englischen Rechtes. Trotz der Bemühungen der Uebersetzerin, des Verfassers und des Schriftleiters der MGWJ ließ sich eine voll befriedigende Wiedergabe nicht durchweg finden. Wir bitten, die unvermeidlichen Mängel des Ausdrucks zu entschuldigen. H. 1 Unter einer Anzahl von Büchern, die mir zur Besprechung in der Monatsschrift eingesandt wurden, befand sich auch von W. Staerk ״Das Problem des Deuteronomiums, ein Beitrag zur neuesten Pentateuch-Kritik“. 1924 (Bd. 29, Heft 2 der ״Beiträge zur Förderung christlicher Theologie“. Gütersloh, G. Bertelsmann) und Max Löhr ״Das Deuteronomium“, Untersuchungen zum Hexateuchproblem II. 1925 (Heft 6, Geisteswissenschaftliche Klasse der ״Schriften der Königsberger Gelehrten-Gesellschaft“, Berlin, Deutsche Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte). Angesichts der hervorragenden Wichtigkeit des Deuteronomiumproblems in der Gegenwart schien es mir am besten, nicht nur Rezensionen über diese Bücher einem Sammelbericht über Pentateuch-Literatur einzufügen, sondern lieber einen selbstständigen Artikel zu schreiben, der eine eingehendere Behandlung einiger Streitfragen gestattete. Die Bezugnahme auf Staerk und Lohr in dem folgenden bezieht sich deshalb auf die beiden genannten Schriften dieser Gelehrten,

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