Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zum Jubiläum der "Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums"
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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weil es nicht durchzuführen ’war, weil es über die Kraft ging, weil es ein den notwendigen Kräften fehlte. Die Gesellschaft konnte wohl weitausschaiiende Pläne aufstellen, konnte aber nicht die Menschen für ihre Durchführung schaffen. Viele, auf die starke Hoffnungen gesetzt wurden, haben versagt, mancher ist früh dahingegangen,' und gerade unsere schwerste Sorge bildet noch heute das Auffinden geeigneter Mitarbeiter. Aber über die eigenen unmittelbaren Leistungen hinaus darf die Gesellschaft für sich das Verdienst in Anspruch nehmen, das Interesse an der Erforschung des Judentums in weiten Kreisen geweckt, die Bildung neuer Institutionen angeregt zu haben. Ich nenne hier nur die Akademie für die Wissenschaft des Judentums, die einen Teil der Aufgaben der Gesellschaft, wie die Gemeinschaftsarbeit, die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in ihr Programm aufgenornmen hat, mit der wir nicht nur durch Personalunion, sondern durch das Mendelssohnwerk auch in einer Arbeitsgemeinschaft eng verbunden sind, die im Laufe der Zeit weiter ausgebaut werden kann. Wie man auch die Wirksamkeit der Gesellschaft werten mag — eine Genugtuung ist uns jedenfalls zuteil geworden, die Anerkennung der Männer, die an der Wiege der Gesellschaft gestanden haben. Dr. Lucas hat es in dem Festartikel ausgesprochen, daß er seine Erwartungen nicht enttäuscht sieht. Es ist ein ganz seltener Fall,• daß ein Vater dem. Kinde, das seiner Obhut entglitten ist, seine volle Zustimmung ausdrückt. Diese Anerkennung ist für uns ein Ansporn auf dem Wege, den wir zu gehen haben. Denn vor bedeutsame Aufgaben sehen wir uns nach wie vor gestellt. Gerade in der heutigen schweren Zeit betrachten wir es als ein nobile officium, die Forschung zu fördern und ihre Ergebnisse auf den Markt zu bringen. Ungeachtet aller Schwierigkeiten stehen wir zu dem Grundriß, dessen Plan wir. umgestalten, dessen Durchführung wir vorbereiten. Denn gerade er erscheint uns als das wirksamste Mittel, für unsere Wissenschaft und für das Judentum Verständnis zu schaffen. Dienst an unseren Mitgliedern nannte ich eingangs das Wirken der Gesellschaft,' Dienst ist es an unseren Mitgliedern zur Mehrung der Erkenntnis und zur Vertiefung des Judentums. Für diesen Dienst erbitten wir auch in Zukunft die Hilfe unserer Freunde und den Segen des Allmächtigen!