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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 1 · p. 1

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 1
Article
Zum Jubiläum der "Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums"
Date
1928-01-01
Page
1 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Zum Jubiläum der ״Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums“. Ansprache beim Festakt am 16. November 1927 Von I. Elbogem. 25 Jahre sind im Leben einer Institution keine lange Zeit, aber doch ausreichend, um ihre Notwendigkeit und Lebensfähigkeit zu erproben. Beide Fragen sind, wie wir meinen, für unsere Gesellschaft positiv beantwortet. Kriegsjahre zählen überdies nach einem bekannten Wort doppelt, und der Weltkrieg wurde ja nicht mit dem Waffenstillstand abgeschlossen; nach der Meinung mancher ist er auch heute noch nicht beendet, und gerade diese wirtschaftlichen Nachwehen des Weltkrieges sind es, die unserer Gesellschaft so schwere Verluste gebracht haben und noch heute in dem einen oder anderen Lande, wo unsere Mitglieder wohnen, Krisen herbeiführen. Es erscheint, wenn wir rückwärts schauen, fast wie ein Wunder, daß die Gesellschaft in jenem Vernichtungskampf nicht auf der Strecke geblieben ist, daß sie sich erhalten, ja sogar wieder gehoben und ihre Leistungsfähigkeit fast der Vorkriegszeit angenähert hat. Wir verdanken das, wenn wir nur von den sichtbaren Kräften reden dürfen, neben der unermüdlichen Energie unseres Sekretariats der Treue unserer Mitglieder, die der Gesellschaft trotz aller Wirtschaftliehen Schwierigkeiten ihre Anhänglichkeit bewahrt und damit bekündet haben, welche Bedeutung sie ihr als geistigem Faktor im Leben der Judenheit zumessen. Fragen wir nach dem Geheimnis ihres Erfolge^, so finden wir es in dem selbstgewählten Ziel, das wir kurz formulieren können als Zusammenfassung der Kräfte. Zusammenfassung der Kräfte zunächst als materielle Basis für die Arbeit, d. h. Zusammenfassung aller derer, die, ohne selbst produktiv mitarbeiten zu können, an einer kräftig pulsierenden geistigen Bewegung innerhalb des Judentums Interesse besitzen, mit dieser Geistesarbeit in Zusammenhang bleiben und sie auf ihre Weltanschauung ein wirken lassen wollen. Ihr Kreis war groß, und verzweifelt haben sie auf einen ermunternden Ruf wie den der Gesellschaft gewartet; sie sind ihm gern gefolgt und haben die alte Erfahrung an sich erneuert, daß die Vereinigung von Kräften weit mehr bedeutet als nur die Summe der einzelnen Kräfte, daß sie Leistungen ermöglicht, zu denen die Mittel der vielen Monatsschrift, 72. Jahrgang. 1

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