Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1927)
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Seiner bekannten. Denkweise gemäß hebt er nur solche Stellen heraus, die sich auf •den (von ihm im Sinne’völkischen Machtwillens mißdeuteten) Aus־ onvählungsgeaanken und die ihm nicht minder verhaßte Weltfriedensidee beziehen. Diese Einseitigkeit ist um so bedauerlicher, da T. bekennt, daß .,die heutigen Rabbinen dem ursprünglichen Sinn des Alten Testaments näher stehen als die katholischen und evangelischen Schriftgelehrten“. Er selbst könnte jedenfalls von Erklären! wie Hirsch (zu Psalm 1282) lernen, daß die Psalmen über den Wert der Arbeit erheblich anders urteilen als er in der Einleitung annimmt, und daß der Vorwurf der ״Fälschung“ in dem Sinne, in welchem er ihn ebd. gegen Luther erhebt, auf denjenigen zurückfällt, welcher ״den Geist, der die Herrschaft nur dem Schwert, aber nicht dem Gel de verbietet“, für ״alttestamentlich“ hält. Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur, 27. Band. Berlin M. Poppelauer, 1927, geh. 3,50 Mk. Einem Rückblick auf das Jahr 56S6 (I. Elbogen) folgt ein Aufsatz von M. Golde über die berühmte illustrierte Bibel des Herzogs von Alba, die auf Veranlassung des Ordensgenerals von Galateava durch einen jüdischen Gelehrten übersetzt und erklärt wurde. Sehr zu begrüßen ist, daß ein weiterer Aufsatz eine eingehende Darstellung des Sohar und seiner Lehre durch Horodetzky gibt; wie zu erwarten, hat der Verfasser die Aufgabe so kenntnisreich und schwungvoll gelöst, daß man gfcrn über manche Urteile liinwegsieht; die der objektiver Denkende sich nicht zu eigen machen kann. In einer gedankenreichen Abhandlung behandelt Felix Perles das Kulturproblem der jüdischen Geschichte. M. Grunwald bringt den hervorragenden Bildhauer Antokolski den Lesern näher, Jessie Kurrein ihren Vater Louis Loewe, den Berater und Begleiter Moses Montefiores. Mit seltener Lebhaftigkeit und Anschaulichkeit gibt J. Kastan Erinnerungen aus der Geschichte der Berliner Gemeinde in den 60er und 70er Jahren. Eine etwas anspruchslose Erzählung Georg Hermanns bildet den Abschluß. Wie sich die Ausstattung des Bändchens durch Bildbeilagen und besseres Papier vorteilhaft von den letzten Bänden abhebt, so darf auch der Inhalt als besonders vielseitig und anziehend bezeichnet werden. Die Anschaffung zu dem recht billigen Preis (s. 0.) ist dringend anzuraten. Religion und Kirche und Jesus. Leipzig, Teubner, 1926, 207 S., kart. 3,50 Mk. Die anonyme Schrift stellt sich vor allem die Aufgabe, Christen zur Religion des geschichtlichen Jesus zurückzuführen, die im wesentlichen im Sinn des liberalen Protestantismus, aber ohne allen eschatologischen Einschlag (S. 85 ff.) aufgefaßt wird. Den! Judentum sucht der Verfasser gerecht zu werden und hebt insbesondere den Unterschied zwischen der von Haus aus unethis.chen Mysterienreligion und der ethischen Frömmigkeit des Judentums hervor; freilich macht sich manchmal der Einfluß des herkömmlichen Bildes vom ״Pharisäismus“ geltend. Das Buch ist keine gelehrte, aber eine durchaus ernste Arbeit, die auch jüdischen Lesern über das Problem der Religion etwas zu sagen hat. S. 110 findet sich ein sinnstörender Druckfehler (Verflüchtigung des Individuellen ins ,,Komische“, statt ״Kosmische“). Hinweise. Zu .der Besprechung von Kasowskys Mischna-Konkordanz (Ozar'Lesehon, Hämischna) möchten wir nachtragen, daß das Buch bei I. Kauffmann in Frankfurt a. M. erschienen ist, und broschiert 120 Mk., in zwei Leinen bänden 135 Mk., in zwei Halblederbänden 145 Mk. kostet. Ferner weisen wir darauf hin, daß dem vorigen Hefte ein Prospekt der Buchhandlung M. Poppelauer in Berlin über das Jahrbuch des Verbandes der Li ter aturve reine in Deutschland beilag, welches inzwischen in diesem Hefte (s. 0.) besprochen wurde. Diesem Hefte beigefügt ist ein Prospekt des Verlages I. ICauffmann in Frankfurt a. M. über sein Verlagswerk E. M. Dreifuß, Die Fam i 1 i e n n amende r Juden. Wir empfehlen auch ihn der ge fl. Bcachtung unserer Leser. Unberechtigter Nachdruck aus dem Enhalt dieser Zeitschrift ist untersagt Für die Schriftleitung verantwortlich: Dr. I. Heinemann in Breslau. Druck von Th. Schatzky Breslau UI.