Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1927)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 2)
- Language
- German
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70 des Geraubten dargebracht wurde. Hier sei noch hingewiesen auf den bekannten Satz (Joma 89), daß auch der Versöhnungstag die Sünden gegen den Nebenmenschen nicht sühne, solange man nicht die Versöhnung des Geschädigten erlangt hat- Es werden da sogar die gleichen Worte gebraucht: עד שירצה את חבידו (Matthäus:לך רצה את אחיך). Die rabbinischen Stellen sprechen sogar mit viel größerer Bestimmtheit. — Ebenso muß man sich fragen, was es bedeuten soll, wenn von Matthäus 64ב f. gesagt wird: ,,Wörtlich findet sich obiges Wort vom Vergeben nirgends in der rabbinischen Literatur.“ Es kommt dko'di nicht auf das Wörtliche an, sondern auf die Sache. Klarer kann der ggtfCähe Gedanke nicht ausgedrückt werden als es RH. 17a geschieht (s. Str.'u/’BkL I, 425 unt.) Man muß sich übrigens wundern, daß Fiebig an dieser Stelle nicht rabbinische Sprüche bringt, die sowohl inhaltlich wie auch der Form nach dem Jesuworte entsprechen, wie etwa Sabb. 151a. Nun einige Stellen, wo die Uebersetzung offenbar unrichtig ist. S. 78 wird ,,כשחתמתי על כתובתה“ übersetzt: ״wie ich ihre Eheverschreibung besiegelt habe.“ Richtig: ,,als Zeuge unterschrieben habe.“ — S. 87 werden die Worte R. Joch. b. Sakkais (Text S. 88 oben): ואם אוסרני אין איסורו איסור עולם übersetzt: ״und dessen Verbot womit er mir etwas verbietet; kein ewiges Verbot ist.‘6 Richtig: ״Wenn er mich einkerkert (fesselt), so ist es keine Ein־ kerkerung (Fesselung) für immer.“ — S. 99 הלד ועבר על פתח ביתו. Er trat an die Tür seines Hauses. Muß heißen: Er ging vor der Tür von dessen Hause auf und ab. — Ibid.: מי כאן הלל. Ist etwa Hille! da? Richtig: Wer (oder wo) ist hier Hillel? — S. 105: כך מקובלני (Text S. 106) ״so bin ich (von Gott) angenommen worden.“ Richtig: ״so ist es mir überliefert worden.“ Das folgende מקובל bezieht sich wohl auf den Kranken: Er liat Wohlgefallen gefunden. Besonders schlimm steht es um die Uebersetzung der Bar Ber 52a auf S. 153 f. Die Bar ,ת״דב״ש אומ wird folgendermaßen übersetzt: Es überlieferten unsere Meister: Die Schüler Schammais sagen: Man . ..; denn wenn du (d. h. Hillel) sagst: ״Man mischt den Becher zuerst“, (so besteht bei deiner Ansicht) die Behauptung (d. 11. Befürchtung, zu Recht): vielleicht könnte die Flüssigkeit verunreinigt werden, die an der Rückseite (d. h. Außenseite) des Bechers (etwa) ist, von wegen seiner (unreinen, ungewaschenen) Hände und sie (d. h. die Flüssigkeit der Außenseite des Bechers) verunreinigt wiederum den Becher (d. h. seinen Inhalt).. — Und (d. h. aber: du, Hillel, könntest ein wenden): verunreinigen (denn unter allen Umständen) die Hände den Becher? Die Hände (sind doch nicht an sich, sondern nur möglicherweise im zweiten Grade unrein und ein im 2. Grade (Unreiner) bringt nicht einen im 3. Grade Unreinen (wörtlich: betreffs des Profanen) hervor? (Antwort: meine Annahme gilt) nur, (wenn es sich um Verunreinigung) durch Flüssigkeit (handelt). — Und die Schüler Hilleis sagen: Man . . . . Hände; denn wenn du (d. h. Schammai) sagst: ״Man . . . zuerst,“ (so besteht bei deiner Meinung) die Behauptung (d. h. Befürchtung, zu Recht): vielleicht wird die Flüssigkeit, die (etwa vom Händewaschen her) an den Händen (ist) verunreinigt von wegen des Bechers (dessen Außenseite als unrein vorausgesetzt wird), und sie (d. h. die Flüssigkeit) verunreinigt (dann ihrerseits) wiederum die Hände. —Und (d.h.: aber: du Schammai, könntest ein wenden): verunreinigt (denn unter allen Umständen) der Becher die Hände? Es ■verunreinigt (doch) ein (trockenes) Gefäß den Menschen nicht. — Und (ferner wende ich, Hillel, gegen dich ein): verunreinigt (etwa) er (d. h. der Becher die Flüssigkeit, die in ihm (ist)? Hier beschäftigen wir uns (doch) mit einem Gefäß, dessen Rückseite (d. h. Außenseite) verunreinigt ist durch Flüssigkeit, ,dessen Innenseite rein (ist) und seine Oberfläche unrein. Die Uebersetzung ,der ersten Hälfte der Worte sowohl der Schule (nicht: der Schüler) Schainmais wie auch der Schule Hilleis ist im Großen und Ganzen richtig. Es ist dazu bloß zu sagen, daß שאם אתה אומר nicht als persönliche Anrede an Hillel oder Schammai zu nehmen ist, daß ferner נזירה niemals ״Behauptung“ bedeutet, sondern ,,Verordnung, Dekret“ und in Verbindung mit שמא zu übersetzen ist: ״aus Befürchtung daß“ oder ״ich habe die Besorgnis daß“. Die eingeklammerten Worte ״(d. h. seinen Inhalt)“ sind sachlich falsch, weil die unreine Außenseite eines Bechers den Inhalt nicht unrein macht (s. weiter unten). Die Schule Schammais verbot jedoch die Benutzung eines Bechers, dessen Außenseite unrein war (s. Ber. 52b oben). Dagegen ist die Uebersetzung der