Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1927)
- Article
- Die neuhebräische Aufklärungsliteratur in Galizien
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 9)
- Language
- German
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62 werden. Zu diesem Zwecke wollte er ihm alle rein menschlichen und rein jüdischen Geistesschätze zum Geschenke machen. Er tat es, indem er sie dem Wesen des jüdisch-polnischen Volkes anpaßte. Sein erster Zweck war der erstrebte Nutzen. Die Mittel zum Zwecke ־waren: Ein ganzer Mann, ein großer Erzieher, eine große Liebe, eine große Intelligenz, die seltene Fähigkeit, das Abstrakteste, Schwierigste, in die einfachste, verständlichste Form zu ldeiden. Daß er von dem, was er wollte, das Wenigste erreichte, liegt in der Natur der Sache. Aber er gab von allem das Nützlichste, das Beste. Von den Natur- und Geisteswissenschaften alles, was den siechen Körper, den verwahrlosten Geist heilt und aufrichtet: (»אגרות החכמה רפואת העם, חשבו’[ ה1פש), von der Bibel die schönsten Perlen der Weisheit, der Lebenserfahrung, der Lebenserhebung (משלי, קהלת, תהילים). Aus der nachbiblischen Zeit eine gemeinverständliche Paraphrase des tiefsinnigsten, gewaltigsten Werkes des jüdischen Geistes. Wir sehen also: Levin schwebte sein Leben lang ein Großes, ein Ganzes vor. Danken wir der Vorsehung, daß er in seinem polnischen Ghetto das erreichen konnte, was er erreicht hat. Der arme polnische Jude eiferte seinem großen Zeitgenossen nach, der, Autodidakt und Seifmademan wie er, die Höhe bürgerlicher Ehren erklommen hat. Levin erringt keine bürgerlichen Ehren, weil das Ghetto keine solchen zu vergeben hatte. Aber er errang hier, was sich erringen ließ. Er wurde Lehrer eines edlen polnischen Fürstenpaares, er erwarb, er, der Maskil, die höchste Liebe, die höchste Anerkennung seiner Glaubensgenossen. Als ihn ein gutmeinender, aber verblendeter Fanatiker des Vergehens ,,laesae maiestatis haskalae“ anklagen wollte, da traten die Brodyer Magnaten wie ein Mann auf und verstanden es, das Attentat zu hintertreiben. Sein nachgelassenes Werk wird liebevoll von den Spuren der Todeskrankheit des Autors gesäubert und in einer für jene Zeit und jene Kreise unerhörten Pracht herausgegeben. Die letzten Worte der Vorrede jener edlen Herausgeber über Levin können wir vollständig •unserem׳, zusammenfassenden Urteil über ihn einverleiben :ובצדק נוכל לאמו־ טל האדם השלם הזה הרבה למדנו מחבוריו שהריחו בחכמי ■נסיון ויראת השם, יותר מחבוריו היקרים וממעשיו ומנהגיו הטובים שכולן אומרים חן; כבוד ושכל טוב יותר מכולם. (ספר מורה נבוכים להרב הגדול: החוקר האלהי.. . משה בן מ־מון וצ״ל מתורגם בלשון המשנה ... עפ״י החכם המפורסם ... מענדיל לעם־ן בע״המח. פ׳ חשבון הנפש. פ׳ איגרות החכמה ומעתיק ספר רפואת העם. Zotkiew bey Saul Meyerhoffer, impr. den 1. May 1829. Schluß der unpaginierten .(הקדמת המביא לבית הדפום Berichte des österreichischen Gesandtes! über Ephraims Wirtschaftsverhandhmgen mit Polen im Jahre 1773. Von Dr. N. M, Gelber in Wien. Nach der ersten Teilung Polens (1772) hatte Preußen ein be~ solideres Interesse, Polen wirtschaftlich zu beherrschen. Vor allem wollte König Friedrich II. durch Einführung von entsprechenden