Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1927)
- Article
- Moses ibn Esra und Levi al-Tabban
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 5)
- Language
- German
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- Elijah 2× ep/1004307
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53 allerlei Deutungen xulassen44. Grätz deutet seine Worte in einer für den Beurteilten ungünstigen Weise. Er schreibt45: ,,Auch seine Poesie scheint nicht sehr wohlklingend gewesen zu sein; denn ein unparteiischer Kunstrichter beurteilt seine Leistung und die seines Bruders folgendermaßen: ,Levi und Jakob, die SöhneTabben, dreschen Verse gleich Stroh‘46. Sein Freund47 rühmte zwar Ibn Tabbens Muse außerordentlich . . . indessen sind solche Ueberschwänglichlceiten auf Rechnung der Freundschaft zu setzen, die gern den Mund voll nimmt/' Dagegen spricht Zunz48 von ,,dem von Charisi gefeierten Levi Cltaban," er hat also in Charisis Worten ein günstiges Urteil gesehen49. Diese Auffassung ist nicht unbegründet, aber selbst wenn Grätz* Deutung zugestimmt wird, so ist damit noch nicht das letzte Wort gesprochen. Wir wissen, daß Charisi als Kunstrichter nicht ,,unparteiisch," oder nicht zuverläßig war50. Jeschüa ben Elija ha-Levi, ein Mann von feinem Verständnis für Poesie, sagt von Jehuda b. Giath, Jehuda b. Balam, Jehuda b. Abbas und Levi al-Tabbän51: ,,Diese alle sind Wettrenner, die auf der Rennbahn der Virtuosität die Spitze des Zuges führen; es läßt sich nicht behaupten, daß seine — Jehuda ha-Levis — Gedichte im Vergleich mit den ihrigen von besonderer Trefflichkeit seien;" so spricht ein Kenner, von dem man annehmen darf, daß er von den Dichtungen al-Tabbäns mehr gelesen hat, als wir besitzen. Der spärliche Rest, der sich von den Arbeiten unseres Dichters erhalten hat, genügt nicht als Unterlage für ein eigenes abschließendes Urteil, aber man darf wohl sagen: wer Verse, wie die oben mitgeteilten, und wer religiöse Dichtungen, wie etwa die Ahaba 52לחוצה בארך גלות oder die Selicha ■ 53לך עיני צופיות, zu schreiben vermochte, der kann nicht ein Stümper gewesen sein, der nur ,,Stroh zu dreschen" verstanden hat. 44 Tachkemoni PL 13: ורבי לד ורבי יעקב בני חבאן — ידושו. המליצות בהדוש מתבן. 45 vi, S. 110. 48 Aehnlich Kämpf, nicht and. Poesie, I S. 12: ,,Und den Taboniden (so!) .... gebührt das Lob, — daß sie als Poeten — verstehen, Stroh zu treten/‘ 47 Gemeint ist Jeh. 11a־Levi. 48 Literaturgesch. S. 217. 49 Etwa in dem Sinne: er beherrscht die poetischen Bilder und Rede- Wendungen (מליצות) leicht und sicher, wie der Drescher seinen Flegel. Es wäre von Wert zu wissen, wie Charisi den Vers, auf den er anspielt (Jes 2510), erklärt liat. Der Witz liegt darin, daß al־Tabbän ,,der Strohhändler“ bedeutet. 50 Vgl. Zeitschr. für liebr. Bibliogr. II, S. 15ל und 188. Dukes* Abhandlung über Charisi als Kritiker (in Ben Chananja) ist mir nicht zugänglich. 51 Bei Geiger, Divan, S. 169; deutsch das. S. 172. Jeschua b. Elija war der letzte Sammler von Jeh. ha-Levi’s Diwan, Brody-Albrecht, שער השיר S. 121. Brody-Wiener, מבתי השירה S. 151.