Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1927)
- Article
- Moses ibn Esra und Levi al-Tabban
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 1)
- Language
- German
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Moses ibn Esra find Levi al-Tabbän. Von IT. Brody in Prag. In seiner Poetik1 erwähnt Moses ihn Esra den Grammatiker und Dichter Levi al-Tabbän2, wobei er Ausdrücke gebraucht, aus denen große Hochachtung und besondere Verehrung spricht. Es muß auffallen, daß weder in der Poetik, noch im Diwan3 MiEs Spuren irgendwelcher persönlicher Beziehungen zwischen den beiden Gelehrten zu finden sind. Mit Isak ibn Barün, dem Schüler al-Tabbäns, war MiE durch Bande inniger Freundschaft verbunden4, und dem Lehrer sollte er sich femgehalten haben? Von Jehuda ha-Levi sind drei Gedichte an al-Tabbän5 und zwei Gedichte an ibn Barün6 erhalten, sie gehörten also alle dem Freundeskreise an, dessen gefeiertes Miglied MiE war — und doch sollte dieser mit al-Tabbän nicht in Berührung gekommen sein? Eine neuerliche Prüfung von MiEs Diwän hat mich eines bessern belehrt. Dieser enthält — was ich schon an einer andern Stelle vermerkt habe7 — als Nr. 55 ein Gedicht, dessen Adressat dem Sammler nicht bekannt war8; aus Vers 6 geht hervor, daß es sich um einen Gelehrten Namens Levi handelt. Nr. 56 bildet die Antwort Levis — ein Gedicht, das ich als von MiE herrührend veröffentlicht habe9, weil ich die arabische Ueberschrift10 falsch gedeutet hatte. Wer mag nun dieser Levi sein? Unsere heutige Kenntnis der Gelehrten und Dichter jener Zeit gestattet uns, mit aller Bestimmtheit 1 Halpers Uebersetzung (שירת ישראל) s. המורה המפורסם והחכם: ע״ה הגדול אבו אלפהם בן ארחבאן היה מן המחברים שכתבו דברי שיר ומליצה; der arab. Text bei Steinschneider, Gat. Bodl. S. 1616• Nr. 6143 lautet: ואלסלף אלצאלח דאלאסתאד אלשהיר אלמוקף אלכביר אבו אלפהם בן אלתבאן מן אלמולפין אלשערא ואלבטבא. 2 So allgemein; nach der Yokalisation in der Poetik wäre der Namen ai־Tubbän (oder: al־Tobbän) auszusprechen, vgl. Steinschneider 1. c. Grätz, VI3 S. 109, schreibt ״Ibn-Tabbdn“ (Steinschn. arab. Lit. S. 145: ״al-Tabban, ausgespr. Tabben“) und verweist auf den Reim bei Gharisi (s. weiter Anm. 44), aber dieser hat sich wohl in der gereimten Prosa mit einem Anklang begnügt und auf einen vollen Reim verzichtet, wenn er nur seinen Witz anbringen konnte. 3 Ms. Oxford, Neubauer Nr. 1972, im Folgenden — O. 1 im Diw&n sind ihm gewidmet: Nr. 6 (עד מה בגרון) ל ,(לאנשי לבבות), 15 (160 ,(ברשפי הבכי) 158 ,(יונים בניהם) 106 ,(ודו מתי) 30 ,(חמודות מלשון הוי כל מתי), Klage über den Tod ibn Barüns). Gedruckt sind im המליץ 1895/6 Nr. 6, 15, 158 (beginnt dort ברשפי הזמן), ferner קהה סוד, das im Diwän fehlt, und ein Stück, dessen Anfang mir nicht bekannt ist. Nr. 7 und 15 habe ich in Monatssehr. 1896 S. 33—36, Nr. 30 in 1900 המגיד Nr. 1 und 4 ver־ offentlicht. Ungedruckt sind — soweit mir bekannt — Nr. 106 und 160. 5 In seinem Diwän, I S. 16 und 30; II S. 22 7. 6 Das. I S. 7 und 182. 7 Steinschneider-Festschrift, hebr. Abt. S. 35. 8 Die Ueberschrift lautet: וקאל מטאתבא לבעץ אכואנדי. — Zur Herstellung des Textes habe ich Ms. Halberstam (.קהלת שלמד, Nr. 312!01. 18b, jetzt Jews College, London) herangezogen (im Folgenden H), wo aber die Ueberchrift fehlt. 9 Monatssclir. 1896 S. 198. .פראנעה אלמעתאב 10 Monatsschrift, 71. Jahrgang. 4