Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1927)
- Article
- David ben Jehuda Hasid
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 10)
- Language
- German
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48 für die Gebetszeit (S. 1 B). Man darf die Heiligen Worte einen Nicht •־Juden nickt lehren. Wer dies tut, ist ein Weltenzerstörer. (S. 10 B u. 20 B). Er kennt die Sitte der ABC-Kuchen, die man dem Kinde beim ersten Unterricht reicht (S. 10 B)K In der Idra wird die Frage aufgestellt, warum das ,,Amen/' in allen. 70 Sprachen vorkommt und gleichlautend ist? (S. 22a). Verfasser erwähnt die Fasten am Montag, Donnerstag, Montag (S. 23a)1 2, ereifert sich über die Leute, die am Sabbatausgang ihre Nägel nicht nach Vorschrift betrachten (S. 55a), ferner über die Leute, die ein fünftes Glas am Fessahabend trinken (S. 61B)3 * * * * 8, gedenkt des Brauches die Shebuot־־ nächte im Studium der heil. Schriften, Talmud und Agada zu verbringen (S. 12 B), verbietet Aenderungen im traditionellen Scholar•־ blasen (S. 81a) und die Vernachlässigung der מציצה bei der Circumcision (S. 101 a). Diese Streiflichter mögen die Gedankenwelt und die Gefühlsäußerungen des Hasids und seiner Zeitgenossen im 13. Jahrhundert erhellen und dem Verständnisse der Periode näherführen, in der der Zohar zuerst Verbreitung, gefunden hat. Allem Anscheine nach war die spanische Judenheit reif für die Botschaft der neuen Offenbarung. 1 Heber ABC־Kuchen im Mittelalter s. Aruch s. v. קליד,. vgl. Kerem Hemed VI 5. Rokeach, Agsufoth, bei M'. Gaster, Origin and the Sources׳ of the Shullaan Aruch and the Sepher Assufoth, London, 1893, S. 59. Ms. Adler, 1765, 474. MGWJ 1887,. 8. 530. A. Berliner, Aus dem. inneren Leben der deutschen Juden, S. 4. Mekore 11a Minhagim, S. 15, bei andern Völkern, s. Fr. Dornseiff, Das Alphabet in Mystik und Magie, Berlin 1922; S. 17* wo reichhaltige Literaturangaben zu finden sind, vgl. ferner das Wörterbuch "des Josef Kaspi nach der Mitteilung von Dukes in Or. Litbl. 1849. 76. 2 Der Ursprung dieser Fasttage nach dem Herbst- und Frühlingsfeste war schon den Alten unbekannt. Joseph Kolon, Responsa. Nr. 9, erwähnt, daß diese Fasten in allen französischen Gemeinden üblich waren. Er erwähnt auch das Gebetbuch aus Troyes, wo es heißt שאין טעם ברוד למדן התקינו, vergl. jetzt auch ed. M. Weiß, im האשכול, siehe auch Kolons Resp. Nr. 51. Eine Vermutung über den Ursprung dieser Fasten wurde von A. Frisch in der Magyar Zsid6 Szemle, X, 1893, S. 558 ff. geäußert, vgl. auch A. Epstein, Eldad ha Dani, S. 163. 8 Die Frage, ob man am Pessahabend einen fünften Becher trinken darf oder soll, scheint eine Streitfrage zwischen Sura und Pumbedilta gewesen zu sein, und hängt von der LA im Talmud Pesahim 108 a ab. Der fünfte Becher wird nur von Geonim aus Sura erwähnt, und zwar Moses, Koben Zedek, Sar Schalom, Amram und Saadja (s. Gayyat, Aseret ha Dibroth 54 B und Tur O. H. § 481), hingegen wissen Hai. Gedolöth (ed. Wien 25 B, ed. Hildesheim S. 142), Haj Gaon von diesem Brauche nichts (über Haj siehe die vorher angeführten Steilen!). Die spanischen Autoritäten wie Alfasi und Maimonides richten sich nach Sura, denn sie lasen im Talmud בום חמושי, hingegen die deutsch-französischen, ebenso die italienischen Dezisoren akzeptieren den Brauch nicht (s. Mahzor Vitry; S. 286, Or Zarua § 256, Shibule ha Leket § 218, Tanja § 48);. Der deutsche Hasid wehrt sich daher gegen diese Sitte.