Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1927) · p. Seite 38

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1927)
Article
Neuere Literatur zur jüdischen Sagenkunde [Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 38 (sequence 26)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2829132-2829943-2829945-2848904--47340-2848977
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

38 mit dem jüdischen Geiste eingegangen sind. Indem Davidson diesen Zusammenhängen verständnisvoll nachforscht, bietet er nicht nur treffliche philologisch-geschichtliche Arbeit, sondern bereichert auch wesentlich die jüdische Sagenkunde. Rückblick und Ausblick. Hier schließen wir oder richtiger brechen wir diese Sammelbesprechung ab, mit dem peinlichen Empfinden, auf so übermäßig breitem Raum nur Unzulängliches geboten zu haben. Die meisten ausländischen . Zeitschriften für Bibelwissenschaft sind mir in meinem ungarischen Vaterland unerreichbar. Sonst auch wird mir Vieles entgangen sein. Habe ich ja ein Werk wie den V. Band von L. Ginzbergs The Legends of the Jews noch nicht zu Gesicht bekommen. Doch auch aus den mangelhaften Zügen, die wir im Vorhergehenden zusammengestellt, ergibt sich ein verheißungsvolles Bild. Gaster und Ginzberg stellen ihre bewährte Kraft in den Dienst der Sagenkünde. Gaster bereitet mehrere Bände der Sammlung seiner zerstreuten Abhandlungen zum Folklore vor; auch die Ausgabe des Ma'assebuchs dürfen wir von ihm erhoffen. Ginzberg gelangt eben zur Ausarbeitung jenes Teiles seines großartigen Werkes, der für die Vergleichung die größte Bedeutung haben soll. Gasters außergewöhnliche Schulung, Ginzbergs Gelehrsamkeit, Aptowitzers Scharfsinn, Marmorsteins Fleiß, Olsvangers glühende Begeisterung erwecken schöne Erwartungen für die nächste Zukunft der jüdischen Sagenkunde, in Tel Abib sind die רשמות, מאסף ללברי הזכרונות לאתנוגרפיא ולפולקלור כישראל also eine geschichtliche, folkloristische und ethnographische Sammlung bis zum vierten Band gediehen. Soeben kommt uns aus Palästina der Bericht zu, daß sich dort, unter dem Vorsitz Prof. Kleins, die Gesellschaft für Geschichte und Ethnographie gebildet hat, die ja zweifellos auch die Volksüberlieferungen im Heiligen Lande zu sammeln und zu bearbeiten haben wird. Wenn vielleicht unsere Zeit sich auf manchen Gebieten der jüdischen Wissenschaft als Epigonengeschlecht fühlen muß, — keineswegs gehört die jüdische Sagenkunde zu den minder bebauten, Gebieten, sie hat auch im letzten Lustrum geblüht, Früchte getragen und Keime für die Zukunft getrieben1. 1 Der Vollständigkeit glaube ich es schuldig zu sein, zum Schluß, dem Titel nach, auch meine Arbeiten aufzuzählen, die dem Bereich der Sagenkunde angehören: 1. A. häber mese,(Das hebräische Märchen) I, II Budapest s. a. (1922, 192.3), 2. Tehdances et id£es juives dans les contes hebreux RE J 1923, LXXVII, 97—126. Dasselbe im Auszug in den Actes du Congräs international d’Histoire ׳des Religions. Paris 1923, II, 58—65. 3. Quelques pro bl 6mes relatifs aux legendes juives ä propos des Exempla of the Rabbis publiös par M. Gaster. REJ 1925, LXXXI, 1—26. 4. Das Traumerraten im Buche Daniel. ZATW 1925, XLIV, 243—246. 5. Die Sage vom Sarge Josephs und der Bericht Benjamins von Tudela über Daniels schwebenden Sarg. MGWJ 1926, LXX, 271—276. 6. שאול מלך ישראל באגדות המושלמים in .139—135 ,1926 הצופר.. 7. Notes de Folk-lore juif (I Le Saut de Pourim. II. Le conte h6breu sur l’effet des priores pour les׳ morts. III. Le Life-tökeni dans la litt£rature juive. REJ 1926 LXXXII, 301—316. 8. Der Erbstreit: Esäus und Jakobs im Lichte verwandter Sagen. ZATW 1926, 317—320.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.