Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1927)
- Article
- Neuere Literatur zur jüdischen Sagenkunde [Rezension]
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 3)
- Language
- German
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Zu צרור החיים (s. auch MGWJ 1926 LXX 407) ist nun auch Lidzbarsläs Deutung anzuführen. In der Ginzä der Mandäer sehen wir .,die Seele in die Tasche des Lebens hineingetan/' Daran knüpft Lidzbarski seine beachtenswerte Schrifterklärung: ״Derselbe Gedanke findet sich, im Munde der Abigail befremdlich, als Wunschäußerung 1. Sam 2520, nur daß dort im jetzigen Zusammenhänge ,,Bündel“ oder ״Beutel des Lebens“ als ein Beutel aufgefaßt wird, in dem das Leben, wie sonst Wertsachen, aufbewahrt wird. . . V Trotz des Alters der Stelle scheint es mir nicht ausgeschlossen, daß der Satz aus einem Kreise stammt, in dem man eine ähnliche Vorstellung vom Leben und von der Seele hatte, wie bei den Mandäern, daß ursprünglich auch da ״Beutel des Lebens“ den Sinn hatte: Beutel im Besitze des Lebens als eines persönlichen Wesens“. . . (Ginzä. Der Schatz oder Das große Buch der Mandäer übersetzt und erklärt von Mark Lidzbarski. Göttingen-Leipzig 1925, S. VIII). 2. קבוע und טעמם (Gen. R. 45?), קבוע soll Adoptieren, מיומם Puppe bedeuten. Ich verstehe nicht, wie. 3. Binden und Lösen im Zauber. Marmorstein beweist seine Berechtigung, auf diesen Gegenstand nach Jirku und Scheftelowitz zurückzukommen dadurch, daß er aus der Handschrift Adler bedeutsame Zaubertexte mitteilt. 4. Die Schlange in der Agada. M. stellt fest, daß in der Aggada die Schlange einerseits als äya&odaifuüv, andererseits als strafendes Werkzeug der göttlichen Rache erscheint. Aus Pirke R. Eliezer, Pseudo - Jonathan. und dem äthiopischen Adamsbuch will M. folgenden Mythos konstruieren: Samael-Satan als Schlange verführt Eva, zeugt mit ihr Kain. Heute könnten die Sagen über die Schlange leicht ergänzt werden nach der Bibliographie, die Gaster zu seinen Exempla Nr. 137, 174, 314, 318, 349, 394, 401, 441 gibt. 5. Riten zum Schutz gegen Zauber und Dämonen in den Pirke des Rabbenuha-Kadosch. — Besprochen wird einleitend die ־פרקים! פרק Literatur, dann der Volksglaube über Hörner, über Ziegenhörner, dann auch über Vergeßlichkeit, eingehend der Dämon אגרת בת מחלת. 6. Der Vater Samuels. — Warum wird der Vater des Amoräers Samuel nicht mit seinem Namen genannt, sondern als אברה ד שם ואל bezeichnet? Die gaonäische Zeit antwortete mit folgender Sage. Als Samuels Vater weit von seiner Heimat entfernt war, wollte ihn eine Medierin verführen, weil sie voraussah, daß in dieser Nacht (von ihm) ein Knabe gezeugt werden soll, der seinesgleichen an Weisheit nicht finden wird. Da kehrt er בקפיצה heim, sein Weib empfängt und er eilt בקפיצה zurück. Samuel wird geboren, die Mutter verdächtigt, zu ihrer Rechtfertigung trägt der Vater stets den Namen ״Samuels Vater.“ Im Anschluß an diese Sage werden behandelt: die Legenden über Fromme, die der Verführung schöner Frauen widerstehen; die Sprache der Vögel1, die Schnellreise .קפיצת הארץ 7. (Im II. Bd. des Jahrbuches). Schatzsagen. — Das jüdische Schrifttum ist auch an Schatzsagen nicht arm. Marm. behandelt 1 Vorzüglich von Salomo rühmt die Sage, daß er die Sprache der Tiere und Vögel verstand. Auffälligerweise bleiben diese Sagen hier unerwähnt.