Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1927)
- Article
- Ein von Resch Lakisch angedeuteter Kopistenfehler in der Mischna
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 6)
- Language
- German
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13 darauf hin, daß das fehlende Subjekt nur אליגטית sein könne. Der Bademeister bedient sich der großen Leintücher, der Brunnenmeister der zum Reinigen der Trinkgefäße nötigen Waschtücher. Also das Adjektivuni קטנה allein zwingt uns schon, ביר in כייר zu emendieren. Mich also hat keineswegs die Diskussion zwischen R. Jochanan und R. L. zuerst die Notwendigkeit einer Emendierung in der Mischna •erkennen gelehrt. Ich habe diese Notwendigkeit für die Mischna durch meine Tosifta-Studien erkannt. Ich wollte auch dieses Mal weniger einen Kopistenfehler in der Mischna nachweisen, sondern vielmehr zeigen, daß mit einer an zwingende Gewißheit grenzenden Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann: R. Simon ben Lakisch habe in der Mischna Mikwaoth 9,6 einen Kopisten - Fehler zum mindesten angedeutet. Er muß also doch ein Mischna-Manuskri.pt gekannt haben. Dem sei wie ihm wolle; ich persönlich ־wage kühn die Behauptung: anstatt כור müsse, wie in der Tosifta, so auch in der Mischna כייר gelesen werden. Neuere Literatur zur jüdischen Sagenkunde. Von Bernhard Heller in Budapest. C. Sammelwerke. 1. Jahrbuch für jüdische Volkskunde. Herausgegeben von Br. Max Qrunwald. Berlin-Wien (Benjamin Harz) I, 1923, 480 S., II, 1925, 619 S. Grunwald, der Begründer der ״Gesellschaft für jüdische Volkskünde/‘ der Herausgeber der ,,Mitteilungen zur jüdischen Volkskünde,“ die seit 1898 zu 66 Heften gediehen waren, hat nun den dankenswerten Entschluß gefaßt und glänzend ausgeführt, diese Veröffentlichungen als ״Jahrbuch für jüdische Volkskunde“ fortzusetzen. Heute liegen uns bereits zwei stattliche Jahrbücher vor. An der Schwelle des ersten Jahrganges bietet Grunwald einen Ueberblick über ״Fünfundzwanzig Jahre jüdischer Volkskunde,“ worin er per summos apices die Ergebnisse der Forschung, zum großen Teil den Inhalt seiner ״Mitteilungen“ berührt. Abgeschlossen wird dieser erste Band durch ״Ergänzungen“ zu diesem Jahrbuch und zu den ״Mitteilungen,“ in denen ein alphabetisches Verzeichnis der in Zeitschriften und Werken enthaltenen Forschungen gegeben wird. Der Abschnitt über Glaube und Sage ist knapp gehalten. Im Flug werden die Stoffe erwähnt, welche ins Jüdische eingedrungen sind: die Nibelungen, Gudrun, Tristan, der getreue Johannes, Fernand getreu, der Spiritus Familiaris, die wilden Frauen von Untersberg, der Kaiser und der Abt1, der Froschkönig, die Wasser des Lebens u. a. m. 1 Walter Anderson hält diesen sagengeschichtlich so wichtigen Stoff für jüdischen Ursprungs, Folklore Fellows Communications Nr, 42, Helsinki 1923, S. 288. Anderson hat auch eine besondere Arbeit: Der Schwank vom Kaiser und Abt bei den Minsker Juden, Dorpat 1921, — doch blieb mir diese unzugänglich.