Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur schönen Literatur [Rezension]
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 4)
- Language
- German
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59 Aber diesen. Vorzügen stehen doch große, offenbare Mängel gegenüber. Zapletal schließt sich eng an die biblische Darstellung* an. Aber die Persönlichkeiten des Mose, Saul, David werden bei ihm zu Alltags mens che n; das ,,Gottsuchen“ des Mose bleibt ein leeres Wort, wird nicht zum tiefsten seelischen Erlebnis. Zudem mangelt es seiner Sprache an jeder dichterischen Feinheit. Denkt man sich seine Bücher in den Händen Jugendlicher, so muß man einwenden, daß die Stoffauswahl der einzelnen Erzählungen für Jugendliche nicht geeignet ist; und dem mit dem Alten Testament Vertrauten werden sie nur den tiefen Abstand zwischen dem Urbild und diesem allzu schwachen Abbild dar tun. Hervorgehoben sei noch, daß der Verfasser, im allgemeinen unvoreingenommen, seinen christlichen Standpunkt am Schluß der Davidserzählung d e u Ui ch zur Gel tun g bringt. Galling, Kurt: |Der Altar in den Kulturen des Alten Orients. Berlin 1925. R. Curtius Verlag. Der Verf. gibt in dem genannten Werke eine übersichtliche und ziemlich erschöpfende Darstellung, in welchen äußeren Formen der Altar im alten Orient erscheint und welche Folgerungen sich daraus für die Sitte des Opfers überhaupt ergeben. Die 3 ersten Kapitel (von denen das 2. und 3. aus dem Nachlasse von Dr. Paul Lohmann stammen) sind der Erörterung des Altars im ägyptischen, altbabylonischen und assyrischen Kulturkreise gewidmet, wobei der Verfasser Bildermaterial, aus sekundärer Literatur geschöpft, beibringt. Das 4. Kapitel ist dem syrisch-phönikischen Altar gewidmet; zu dem gleichen Kulturkreis rechnet der ״Verf. ganz folgerichtig auch Israel und das Alte Testament. Hier versucht der Verl*, auf Grund der beiden Stämme שחט und לבח eine scharfe Trennung zwischen Ma§sebe und Altar durchzuführen, die in der Praxis aber kaum Bestand haben dürfte. Richtige Wege geht der Verf. m. E., wenn er die Entwicklung des syro-phönikisctien Altars zu schildern versucht und. dabei die verschiedenen Typen desselben mit Angaben des Alten Testamentes in Zusammenhang bringt. (S. 58 ff.) Den Schluß bilden zwei Abschnitte über den Altar im persischen und klein asiatischer Kulturkreise. Die Arbeit muß umsomehr anerkannt werden, als es sich bei ihr um ein Gebiet handelt, wo große neue Ergebnisse, die unser Bild von der Geschichte und Religion des alten Orients neu gestalten könnten, von vornherein nicht zu erweisen waren. Wir hoffen, aus der Hand des Verf. noch weitere ähnliche wertvolle Gaben zu erhalten. Breslau. Jirku. M, S 010 weits c bi k 5 שכיות המקרא (Biblische Sehenswürdigkeiten oder Bilderatlas zur Bibel und zur Geschichte des alten Judentums.) Verlag Dwir- Mikra, Berlin 1924, (jetzt ״Dwir‘6 Publishing House, Tel-Aviv, P. O. B. 149.) Das Buch, im klassischen Hebräisch geschrieben, zerfällt in zwei große Hauptteile: 1. אוצר התמונות, der 700 Abbildungen auf 130 Bildertafeln sowie acht farbige Tafeln bringt, und 2. פרשת התמונות, in welchem in zusammenhängender Erzählung die einzelnen Realien nach den im ersten Hauptteil schon gegebenen Kapiteln behandelt werden, wT0bei durch Anführung der biblischen Belegstellen dem Gesamttitel des Werkes Rechnung getragen wird. Die neun Kapitel belehren über 1. den Schauplatz der jüdischen Geschichte, 2. die Pflanzen- und Tierwelt, 3. die Menschen- und Völkertypen, 4. die historischen Erinnerungsbilder, 5. die Münzen und Gewichte, 6. die nichtsakralen, 7. die sakralen Altertümer, 3. das Kunstgewerbe und 9. das Schriftwesen. Der leichteren Benutzung dienen die beigegebenen alphabetischen Register, ferner ein nach den Nummern der Abbildungen gegebener Katalog, der die Quelle der Bilder nennt. Was Benzinger, Dalman, Greßmann, Jeremias, Koldewey und andere mit ihren Archäologien und Bildermappen geboten haben, was die neuesten Berichte über die Ausgrabungen auf dem Boden unserer Geschichte an neuem Material bringen, ist nun hier von jüdischer Hand liebevoll zusammengestellt zu finden. Es ist ein Büch, an dem der Gelehrte und Forscher seine Freude haben kann, das aber insbesondere der jüdischen Jugend in die Hand gegeben zu werden verdient, denn hier können