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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1925) · p. Seite 47

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1925)
Article
Muhammedanisches und Antimuhammedanisches in den Pirke Rabbi Eliezer
Date
1925-01-01
Page
Seite 47 (sequence 1)
Language
German
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47 Muhammedanisches und Antimuhammedanisches in den Pirke Rabbi Eliezer. Von Bernhard Heller in Budapest. Das Wesentlichste und Entscheidende für die Bestimmung von Heimat und Alter der Pirke Rabbi Eliezer hat bereits Zuiiz erkannt und verwertet1. Er hat auch auf die Bedeutung des 30. Ab- Schnitts hingewiesen, in welchem sich das gewaltsame Vordringen des Arabertums spiegelt und in welchem auch auf die Omarmoschee angespielt wird, die an der Stelle des einstigen Tempels in Jerusalem errichtet wurde. Trotzdem meint auch letzthin noch B. Halper, ,,there is no conclusive evidence that the author of the Chapters was influenced by Arabic Literature“2. Hier soll nun versucht werden nachzuweisen, daß der Verfasser der Pirke Rabbi Eliezer zweifellos die muhammedanische Legende, wahrscheinlich also den Qorän und die arabische Literatur gekannt hat. Dieser Nachweis läßt sich sagengeschichtlich erbringen. I. Die Ismae liegende. Der 30. Abschnitt der Pirke Rabbi Eliezer ist der reichste an Anspielungen und an verhüllten Angriffen auf Arabisches und Muhammedanisches. Er ist in seiner Gänze der Ismaellegende gewidmet. Ismael wächst zum wilden Schützen heran. Einmal richtet er sein tödliches Geschoß gar gegen seinen Bruder Isaak. Da beharrt Sara darauf, daß Ismael verstoßen werde. Von allen Prüfungen und Leiden, die über Abraham ergehen, tat ihm nichts so weh, als daß er sich von Hagar scheiden und von Ismael trennen mußte. Abrahams Verdienste war es zu danken, daß das Wasser aus ihrem Schlauche nicht ausging. Doch in der Wüste ,,irrte Hagar umher“ (Genesis 21u). Irren aber bedeutet soviel als Götzen anbeten, denn sich selbst überlassen kehrte Hagar zu den Götzen ihres Vaters Pharao zurück. Da versiegt das Wasser im Schlauche. Ismael ist nahe daran, zu verschmachten. Flehentlich betet er zu Gott. Da quillt der Brunnen, welcher noch in der Dämmerung des sechsten Schöpfungstages geschaffen worden. Hagar und Ismael sind gerettet, sie lassen sich in der Wüste Paran nieder. Ismael führt ein Weib namens ‘Ajischa heim. Nach drei Jahren wird Abraham von der Sehnsucht ergriffen, Ismael zu sehen. Sara nimmt ihm aber das eidliche Versprechen ab, er werde dort nicht von seinem Kamel absteigen. Abraham findet Ismael nicht zu Hause, sondern nur ‘Ajischa, erkundigt sich, ohne 1 Gottesdienstliche Vorträge Berlin 1832, S. 271—278; Frankfurt a. M. 18922, B. 283—290. 2 Jewish Quarterlv Review 1917—1918, N. S. VIII, S. 486, anläßlich der eingehenden Besprechung von Gerald Friedlanders Werk: Pirke de Rabbi Eliezer (the Chapters of Rabbi Eliezer the Great). According to the text of the manuscript belonging to Abraham Epstein of Vienna. Translated and annotated. With introduction and indices. London 1916. Es gereicht meiner gegenwärtigen Arbeit gewiß nicht zur Empfehlung, daß mir Friedlanders Buch unzugänglich blieb.

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