Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 68 (1924)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829921-2829923-2848566--45639-2848680- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
89 Stütze für diese Annahme in der pal. Version der Mischna. Eine weitere Stütze glaubt er in der Münchner Hschr.־־ Meg. 5b gefunden zu haben> in der Ver■״ Schreibung von מגלו*. אסתר für מגרת חטכית. Dies dürfte kaum viel beweisen. Es ist dem Kopisten wohl zuzumuten, daß er von den Worten את יים .ארבטה עש- ואת■ יום חמשה עשי* irregeführt, geglaubt hat, טבלתי תעכלח in מגלח אסתר korrigieren zu müssen, zumal er (cf. Rabbinovicz V. L.) die Lesart hatte את ירם ארבעה עשר בו ואת יום חמשה עשר בר, was die Aehnlichkeit mit Est. 21 ,9־ nur noch größer macht. Hier mag also eine bewußte Korrektur vorliegen, die sich besser erklären läßt, aus der Annahme, daß der Kopist מגלת תענית vor sich hatte. מגלה schlechtweg würde zu einer solchen Textesänderung kaum Anlaß geboten haben. Die Parallele in Taanit 18b hat auch richtig, מגלת העג־ח, dafür ist aber auch der erste, hebräische Teil des Zitats weniger verfänglich. Dort heißt es bloß יום ייד וירם ט״ד. ■ : Jedenfalls kann man Z. darin folgen, daß מגלה der ursprüngliche Name war. Er wird aber wohl genug früh durch Taanit ergänzt worden sein, um einer Verwechselung mit מגלת אם ־־.ר vorzubeugen. Für die Wahl des Wortes תענית mag vielleicht entscheidend gewesen sein, daß der erste und für den Inhalt der Rolle charakteristische Begriff, dem wir gleich anfangs begegnen לא להתטנאה mit Fasten zusammenhängt. Besser wäre freilich ein Wort, das ״Nichtfasten“ bedeutet, doch bietet im Hebräischen ein Ausdruck fürs Negativum sprachliche Schwierigkeiten und so entstand der in alten hebräischen Büchertiteln ganz seltene lucus a non lucendo. Ganz merkwürdig und neu ist die Identifikation Nr. XXX, S. 112—115. Alle bisherigen Kommentatoren schließen sich dem Scholiasten an, daß die bezüglichen Worte der Fastenrolle auf ein Ereignis Bezug nehmen, das in die Zeit Alexander Jannais hineingehört. Z. weist nun auf Grund einer textlichen und sachlichen Analyse nach, daß die bisherige Erklärung eine irrige sei. Schon die Worte קמר עממיא על פליטת ספריא lassen eher eine Verfolgung seitens fremder Völker als die bekannte von Alexander Jannai gegen die pharisäische Partei bezw. gegen ihre Lehrer gerichtete feindliche Haltung vermuten. פל*טת ספריא übersetzt nun Z. ״refugees of Sepphoris“. Es sei also hier nicht von geflüchteten Schriftgelehrten, sondern von Flüchtlingen aus Sepphoris die Rede. ספריא sei dasselbe als צפירייא und ספור יא. Es ist hier eine Episode aus dem römisch-jüdischen Krieg gemeint, die sich im Frühling des Jahres 66 durch die Ankunft Josephus nach Galiläa zugetragen hat. Die Ausführungen Z.s haben viel Ueberzeugendes. Auffallend ist allerdings, wier der Scholiast so ganz und gar das eigentliche Ereignis übersehen konnte. Verfasser verspricht seine Untersuchungen über das einschlägige talmudische Material einschließlich der Scholien in einem besonderen Werk zu veröffentlichen. Wir sehen der Fortsetzung seiner wertvollen Arbeit mit interesse entgegen. Michael Guttmann. Arthur Spanier: Die Tosseftaperiode in der tannaitischen Literatur. VIII und: 159 Seiten. Berlin 1922. Schwetschke & Sohn. (Veröffentlichungen der Akademie für die Wissenschaft des Judentums.) Der erste flüchtige Einblick in die Spaniersche Schrift zeigt uns eine große Fülle verarbeiteten Stoffes. Das ist ein Fortschritt der Neigung so mancher Forscher gegenüber, sich bei nicht sehr mühsamer Stoffsammlung in fertigen ÜrteiLen mit os magna sonaturum zu ergehen. Vor allem ist die Sorgfalt anzuerkennen, mit welcher Spanier die Herkunft der maßgebenden Handschriften und ihr Verhältnis zu den uns vorliegenden Texten, besonders auch zu den beiden Talmuden untersucht. Sodann hat er mit vielem Scharfsinn in steter Aneinanderreihung gleicht artiger besonderer Erscheinungen die Stellung der Tossefta zur Mischna und umgekehrt, dann auch die verschiedenartige Anordnung der verwandten Sätze in beiden Schrifttümern unter vielfacher Heranziehung der Talmüde dargetan und so manche sonst kaum bemerkte Einzelheit uns vor die Äugen geführt. Stellen, die uns von jeher vertraut gewesen, erscheinen so in neuer־ Beleuchtung; Um Einzelnes zu erwähnen, teile ich mit Spanier die S. 29 gegebene Unterscheidung der Tosseftasätze der Mischna gegenüber; ich vermisse nur als Nr. .4: Tosseftasätze und Stücke oft ausgedehnter Art, die in der Mischna kaum ängedeutet, ihr vol!kommen fremd sind. Aber nach seiner Ansicht müssen