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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 1 · p. Seite 87

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1924-01-01
Page
Seite 87 (sequence 2)
Language
German
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; ■־־■■ ־ , . 88 die Identifikation der dem Festkalender zugrunde liegenden Ereignisse und die Bestimmung der dazu gehörenden Jahreszahlen zu einem geklärten Ab- Schluß gekommen zu sein. Doch das nun erschienene Werk Zeithns zeigt, daß hier noch ein Stück Arbeit zu machen war. Z. unterzieht die -Rolle einer neuen Untersuchung und beleuchtet sie im engen Zusammenhang mit Josephüs und dem I. und II. Buch der Makkabäer. Mischna und Talmud kommen auch oft zu Wort. Den Ausgangspunkt seiner Arbeit bildet eine chronologische Untersuchung. Es wurde vielfach versucht, die Abweichung auszugleichen, die das 1. und 2. Buch der Makkabäer bezüglich der Zeitangaben zeigt. Es handelt sich bloß um die Differenz eines Jahres. Am nächsten lag die Annahme, daß diese Differenz durch die Verschiedenheit der Jahresanfänge entstanden sein könne. Vgl. Mahler: Handbuch der jüd. Chronologie. Leipzig, 1916. S..13?, ff. und 402—403. Doch sind hier mehrere Kombinationen möglich: (vgl. Lit. a. a. 0.) und die Verlegenheit der Chronologen besteht eben in dieser Möglichkeit. Z. hat den Schlüssel zu einer richtigen Kontrolle gefunden. Er zieht das bisher wenig beachtete Sehemitta- oder Nachlaßjahr mit in die Rechnung hinein, und das gibt seinen Untersuchungen festen Boden. Daten hat er allerdings nur für vier verschiedene Schemittajahre. Doch bieten diese Daten den unschätzbaren Vorteil, daß sie eindeutige Zeitangaben enthalten. Die Seleukidenära hat nicht bloß im I. und II. Buch der Makkabäer, sondern ganz allgemein zwei verschiedene, um ein Jahr differierende Anfänge. Die in den. letzten Jahrzehnten entdeckten babylonischen Tontäfelchen aus der sogenannten Arsakidenzeit ergeben als Epochenjahr das Jahr 311 (s. Mahler a. a? O.), während die meisten uns bekannten Quellen 312 als Ausgangsjahr nehmen. Diese Tatsache würde schon an sich genügen, die chronologische Discrepanz zwischen Buch I und II der Makkabäer als besonderes, topographisch zu lösendes Problem zu fassen, nicht aber darin einen Maßstab für die Genauigkeit oder Ungenauigkeit des historischen Inhalts der bez. Bücher zu erblicken. Z. erkannte von einer anderen Seite her, daß beide Epoehenjahre richtig sind. Das Schwankende in den Zeitangaben gelang ihm durch die wenigen Sehemittadaten zu benehmen. Das Sehemittajahr hat in chronologischer Beziehung zwei Vorzüge: 1. Es ist unzweideutig. Solange die Zählung und Festsetzung des Sabbatjahres praktische Bedeutung für Volk und Land hatte, war jede Verschiedenheit der Zeitbestimmung ausgeschlossen. Es saß außerdem viel besser 1m Gedächtnisse des Volkes .als irgend eine andere ziffernmäßig gegebene Bezeichnung des Jahres. Ob irgend ein Ereignis im Jahre 177 oder 178 vor sich ging, konnte leicht verwechselt werden. Hingegen war ein geschiehtliches Datum, das mit dem Erlaßjahr in Zusammenhang stand, unzweideutig gesichert. 2. Das Erlaßjahr ist auch unzweideutig in bezug auf Anfang und Ende. Während die Seleukidenära selbst verschiedene Jahresanfänge zuläßt — manche Länder .sollen das Jahr mit dem Herbst, manche mit dem Frühling begönnen haben (s. Mahler a. a. 0.) — beginnt das Erlaßjahr mit dem 1. Tiscliri und reicht bis zum nächsten 1. Tischri. War nun die Idee gefunden, die vier Schemittadaten als fixe Punkte heranzuziehen, so war damit auch schon das Programm der Arbeit gegeben. Nach dem einleitenden Kapitel über den Ursprung der Fastenrolle beschäftigt sich Z. fünf Kapitel hindurch mit der chronologischen Frage und mit der richtigen und genauen Einreihung der mit der Fastenrolle zusammenhängenden Ereignisse. Kap. VII enthält eine kritische Ausgabe der Fastenrolle samt Uetiersetzung. Die nächsten vier Kapitel geben in dreißig Punkten die Iäentifikation der Gedenktage der Rolle. Als Anhang kommt noch das XII. Kapitel für die Erklärung der noch restlichen fünf merkwürdigen Tage (XXXI־־־XXXV) denen Z. keine bestimmte Epoche zuweisen kann. Die Lösung der chronologischen Frage nimmt wohl den größeren Teil der Arbeit in Anspruch, ist aber nicht das einzige Problem, das hier zur Besprechung kommt. Sowohl das einleitende wie die letzten sechs Kapitel bieten manch Neues und Interessantes. Es ist hier nicht der Ort, auf Einzelnes einzugehen, doch mögen zwei Punkte aus dem Anfang und Ende des Werkes besonders erwähnt werden. S. 4־־r5־ versucht Z. eine neue Erklärung für die unpassende Benennung; der Rolle ,,Megillat Taanit:‘ zu.geben. Z. meint, das Büchlein habe Ursprünge; lieh bloß Megilla geheißen; Taanit sei eine spätere Ergänzung. Z. findet eine;;

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