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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 1 · p. Seite 83

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1924-01-01
Page
Seite 83 (sequence 2)
Language
German
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83 auffaßt. Ludwig Blau-B־udapest hält die bekannte Erzählung von den vier als Sklaven verkauften babylonischen Talmudlehrern für eine Sage, die vielleicht einer ähnlichen über die Verbreitung der medizinischen Wissenschaften nachgebildet sei. Samuel Krauß-Wien interpretiert eine für die Geschichte der Häresie außerordentlich interessante und noch nicht in allen Teilen erklärbare byzantinische Abschwörungsformel beim Uebertritt zur Kirche. Immanuel. Löw-Szeged in beslimmt aus seinem botanischen Arbeitsgebiet die im Talmud vorkommende Pflanze •Borit. Alexander Marx-New York veröffentlich! aus dem Besitz des dortigen Seminars Briefe, die Simonseiv als Student an Halberstam gerichtet hatte, und die schon ,,die Klaue des Löwen‘‘ erkennen lassen. Porges-Würzburg beschreibt die hebräische Grammatik des Franziscus Tissardus, die 1508 in Paris erschien und das erste in Frankreich gedruckte Hebräisch, aber auch sonstige Angaben von Interesse enthält, besonders in dem ihr vorausgeschickten Kompendium über die Bräuche der Juden. Adolf Schwarz-Wien zeigt, wie das Fasten Esther nicht auf Vorschrift, sondern auf einem Brauche ruht״ der mit der heutigen Abend Vorlesung* der Megillah im Gefolge sich von Babylon nach Palästina hinübergezogen hat.. Arthur Zacharias Schwarz-Wien veröffentlicht und kommentiert zum Prozeß׳ des Lippmann Heller die kaiserliche Aufforderung zur Zensur des Hellerschen Werkes und das aufgefundene Zensurexemplar selber. Der schwedische Historiker Hugo Valentin-Falun bringt neue Daten für die Beziehungen der Königin Christine von Schweden zu Benedict de Castro, der als Arzt aus Hamburg zu ihr berufen war, zu Manasse ben Israel, der• literarisch ihr nahe stand, und zu Manuel und Diego Texeira, die ganz besonders enge Verbindungen zu ihr unterhielten. Freimann-Posen berichtet aus seiner Geschichte der Juden in Prer.au über die dort ,wirkenden und von dort stammenden Rabbiner und Gelehrten. Ebenso gibt Gaster-London einen Ausschnitt aus einer größeren Arbeit über das gegenseitige Verhältnis der hellenistischen und jüdischen Literatur, in der er nachweisen will, daß im Gegensatz zu der bisherigen Auffassung hellenistische Literatur in Palästina, nicht bloß in Aegypten entstanden und durch die hagadische Erklärung der Thora, deren Alter dann höher hinaufzurücken wäre, beeinflußt worden sei. Als Beispiel wählt er das Fragment des Demetrius über die biblische Chronologie, dessen Ursprung, er durch Vergleich mit der Hagada und mit Seder Olanr lieber im heiligen Land suchen möchte. Die Problemstellung bedarf bei ihrer umstürzenden Fassung vertiefter Behandlung.' Ueber die Juden in Holland gibt es viel neues Material, aber keine zusammenfassende Bearbeitung. Sigmund Seeligmann- Amsterdam wäre gewiß für solche Arbeit berufen; er charakterisiert in knappen Zügen die typischen Merkmale der holländischen Judenschaft► Julius Guttmann-Berlin, der Neffe des Jubilars, bringt, als Dank für dessen Maimoniana in der Festschrift zum 0ל. Geburtstag Jakob Guttmanns, dem Onkel gleichfalls einen Aufsatz über Maimonides dar., zugleich als Nachtrag zur Abhandlung seines Vaters über den Einfluß der maimonidischen Philosophie auf das christliche Abendland. Er zeigt, wie sich das Interesse an Maimonides bis ins 17. Jahrhundert hinein verfolgen läßt, wie es aber mit den! veränderten Standpunkt der Philosophie mehr ins theologische Gebiet hinüberschwenkt. So auch bei dem bekannten Engländer John Spencer, der dem Maimonides nicht bloß viel gelehrtes Material, sondern auch den leitenden Gedanken seines. Werkes de legibus Hebraeoruni verdankt. Er betrachtet die biblische Gesetzge bung unter religionsgeschichtlichen Gesichtspunkten und folgt vor allem, der aus den rationalistischen Anschauungen des Maimonides entstammenden: Annahme, daß viele biblische Gesetze aus zeitgeschichtlichen Veranlassungen, besonders als Schutzgesetze gegen heidnische Bräuche zu erklären sind. Guttmann zeigt, wie Spencer diese Gedanken für sein christlich-theologisches System nutzt, auch sonst maimonidische Theorien in die seinigen^ hineinarbeitet und wie er überhaupt die methodischen Grundgedanken seines für die vergleichende Religionsgeschichte epochemachenden. Werkes dem More. Nebuchim entnimmt. Mit bekanntem historischem Scharfsinn deckt Wachstein-Wien die Abstammung von Karl Marx als eines Abkömmlings der. Trierer Rabbiner aus der Familie Lewow auf, deren Stammbaum durch die weibliche Linie in die Stammbäume berühmter Gelehrter hinübergreift,.wenn auch der Uebergäng noch nicht mit Sicherheit festzustellen ist. Babylonisch aramäische Studien steuert mit philologischer Akribie Epstein-Berlin.bei, indem er mehrere 6*

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