Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 67 (1923)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1923)
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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77 mit Nichtjuden und die innerhalb des Judentums hervortretenden körperliehen Unterschiede mehr Gewicht gelegt als gemeinhin, mindestens in * Laienkreisen., geschieht. Leonhard Ragaz, Judentum und Christentum. Ein Wort zur Verständigung. Erlenb ach-Zürich und Leipzig, Rotäpfelverlag, 64 S., Grundpreis 1,30 Mk. — ,, Judentum und Christentum sind im tiefsten verwandt. . . Die Tragödie ihres Auseinandergehens haben wir auf die {freilich nicht gar zu stark zu pressende) Formel gebracht, das Christentum habe den Messias vertreten ohne den Messianismus, das Judentum aber den Messianismus ohne den Messias“ (45). Daher habe das Christentum für den Sieg der Gerechtigkeit auf politischem und sozialem Gebiet viel zu wenig getan, das Judentum ohne die rechte Liebe, die Krönung seines Heiligkeitsideals (29), gearbeitet, und das Kreuz, das Symbol seines Berufs als leidender Gottesknecht, nicht erfaßt. — So unklar die Ansicht des Vf. über die Zukunft der jüdischen Gemeinschaft bleibt und so wenig das Bild eines Jesus, dessen Reich ,,nicht von der Welt, aber für sie“ (22) ist, der Geschichte entspricht, so sym~ pathisch berührt bei diesem ,,jenseits von Kirche und kirchlichem Wesen“ (5) stehenden ehemaligen Pfarrer der Geist wahrer Frömmigkeit und das Streben nach Verständnis jüdischer Art; für. die Vertiefung der eigenen Religiosität wird jeder von ihm lernen können. Rafoh. Dr. M. Rosenmann, Isak Noa Mannheimer, sein Leben und Wirken. Zugleich ein Beitrag zur Geschichte der israelitischen Kultusgemeinde in Wien in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Nebst einer Auswahl der politischen Reden und Schriften Mannheimers. Wien und Berlin, R. Löwit Verlag, 1922, 215 S. Gibt eine eingehende, liebevolle, aber durchaus unparteiische, aus den Quellen geschöpfte Darstellung von M.s Leben und Persönlichkeit. Unter den Reden, die ein Drittel des Bandes. füllen, befinden sich auch Predigten; Anspielungen auf Zeitverhältnisse werden erläutert. Die Aus־ stattung des verdienstlichen Buches, dem ein Lichtbild M.s beigegeben ist, verdient besonderes Lob. 3. Schöne Literatur. R. 0. Frankfurter, David schlägt die Harfe. Roman. Leipzig und Zürich, Grethlein & Go., 379 S. Vor- und Nachwort zeigen, daß der Vf. nicht nur künstlerisch, sondern auch auf das Geschichtsbild seiner Leser wirken will — freilich in einer Richtung, für die er den Widerspruch sowohl bibelgläubiger Leser wie kritisch geschulter Theologen erwartet. Diese Erwartung ist berechtigt. Der Vf. entwirft kein Bild israelitischen Lebens unter den ersten 3 Königen, sondern ein Zerrbild bedenklichster Art. Er hat ,,David nie leiden können, und es war seit langem sein Wunsch, ihn vor dem Leser zu entlarven“ (vgl. S. 7); aus diesem Bestreben werden die Quellen willkürlich gedeutet ohne ängstliche Rücksicht auf die wissenschaftliche Auffassung, ja, auf psychologische Wahrscheinlichkeit. Saul z. B. wird bald als fromme Einfalt voll ,,rührenden Vertrauens“ zu Göttesmännern (24), bald als der ,,zeit seines Lehens freisinnige“ (95) Pfaffenfeind geschildert. Auch die Darstellung der religiösen Strömungen ist eine tendenziöse, geschichtlich wertlose Projektion modernen Kirchenparteiwesens in alter Zeit. Die Loblieder des Elijahu Rappeport, Köln, Marcan-Block-Verlag, 1923, 67 S; Mit einem Vorwort von Martin Buber. R., Dr. phil. und ehemals österreichischer Offizier, jetzt Landarbeiter in Palästina, bietet in diesen religiösen Hymnen nicht nur Proben eines bedeutenden lyrischen Talentes, sondern Dokumente einer aus dem Herzen strömenden jüdischen Frömmigkeit. Die Ausstattung, die der junge Verlag dem Buche gegeben hat, ist des Inhalts würdig. Zeitschriftenschau. Haschiioach, Monatsschrift, hsg. von J. Klausner, XL 4—6, Jerusalem 5683. Enthält den Schluß der Aufsatzreihe des Herausgebers הרעיון המשיחי בתקיפת ז.תנאים und der Aufsätze von S. Krauß תקופת הגאונים לאור הגבתה. Hatoren, Monatsschrift, hsg. von R. Brainin, New York. IX 9 (Nov. 1922) enthält an wissenschaftlichen Arbeiten u. a.: B. Katz, לתילדות הציכוורה של הספרית הישראלית; s. Bernstein“, לתהייתה הרוחנית של היה־ות בייים־א, IX10 (Dez. 1922): R. Brainin, 1;אליעזר בן יהודה. Ribkind, הישיבה בוואלווין והתחייה