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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1923-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1923) · p. Seite 76

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
67 (1923)
Issue
Heft 1-3 (Januar 1923)
Article
[Nachricht]
Date
1923-01-01
Page
Seite 76 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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76 Geschichte vom חד גדיא (nicht גדיה!) wird seinem Griffel zum Spiel persönlichdämonischer Kräfte, über dem Gottes Glorie erlösend erstrahlt. ו Von den Erzählungen des ß. Naehman ist nunmehr auch eine Ausgabe von A. Kahana (Warschau 5682, 106 S.) erschienen. Der Wunsch, den wir MGWJ 1922, 245 aussprachen, daß neben der besonders vornehm ausgestatteten Ausgabe Horodetzkys eine einfachere erscheinen möge, hat sich damit erfüllt: die Ausstattung ist bescheiden, die Einleitung beschränkt sich auf 2 Seiten. Der Preis ist uns nicht mitgeteilt worden; wenn er sich niedrig hält, so kann die Ausgabe verdienstlich wirken. — Höchst verdienstlich und wertvoll ist die Neuausgabe von Mose Sacutos Drama תפתה ע^וך, die D.A. Friedmann besorgt hat (Berlin, Verlag Ajanoth, 5682, 27 und 82 Seiten). Eine, ausführliche Einleitung behandelt das jüdische Drama und seine Vorstufen, die Einwirkungen, die S. in künstlerischer und inhaltlicher Hinsicht erfuhr, und den Gedankengehalt der' Dichtung; dem Abdruck folgen Anmerkungen. Die Ausstattung ist vorzüglich. — Die Verlagshandlung דביר (Jerusalem und Berlin) veröffentlicht in einem sehr geschmackvollen Bändchen 7 Erzählungen von Saul Tschernichowsky. Zwei Uebersetzungswerke sind für die Richtung des jüdischen Interesses charakteristisch. W. Bachers Agada der Tannaim hat A. S. Kabbinowitz ins Hebräische übersetzt; nach S. VIII hat er es schmerzlich empfunden, daß ein Meisterwerk wie dieses in einer fremden Sprache geschrieben ist. Bisher ist (gleichfalls im vr^Verlag, 5682) Teil I, 1. und 2. Hälfte, und II, 1. Hälfte (175, 154, 196 S.), in guter Ausstattung erschienen; eine warme biographische Würdigung Bachers, ist vorausgeschickt, einzelne Noten in Kleindruck angefügt. — Andererseits hat sich das Bedürfnis ergeben, neuere nationaljüdische Schriften italienischen Lesern zugänglich zu machen: der Verlag Israel in Florenz gibt unter dem Titel Auto-Emancipazione ebralca Proben ׳aus den Schriften J. L. Pi nskers, Ach ad Haams, XJssischkins XXVIII und 143 S., 5682 — 1922, L. 7) mit einer Einleitung über die jüdisch-nationale Bewegung von Dante Lattes und M. Beilin's on. in vorzüglicher Ausstattung. 2. Wissenschaftliche Literatur. Juden in der deutschen Literatur. Essays über zeitgenössische Schriftsteller, hsg. von Gustav Krojanker. Berlin, Weltverlag, 1922, 359 S. Besprochen werden Franz Werfel, G. Hermann, A. Kerr, F. Kafka, J. Wassermann, M. Harden, Ö. Weininger, H. von Hofmannsthal, M. Buber, E. Lasker- Schüler, R. Beer-Hofmann, A. Schnitzler, P. Kornfeld, A. Zweig, M. Brod und andere neuere Schriftsteller jüdischer Abstammung; die Mitarbeiter, zu denen M. Brod, M. Buber, A. Paquet, J. Bab, A. Zweig zählen, versuchen die ,,jüdische Note“ herauszuarbeiten; dem gleichen Zweck dient ein Vorwort des. Herausgebers und ein Schluß aufs ätz von A. Wolfenstein: Das neue Dichtertum des Juden. פי־־קי אברת. Sprüche der Väter. Von Dr. M. Lehmann, 2. verbess. Auflage, 3. Band: Abschnitt 5 und 6. Frankfurt, Kauffmann, 1922, 154 S. Auch von diesem (abschließenden) Band gilt unsere Bemerkung MGWJ 1921, 191. Theodor Lessing, Europa und Asien oder: der Mensch und das Wandellose. Sechs Bücher wider Geschichte und Zeit. (2. Aufl.) Hannover, W. A. Adam, 1923, 438 Sr Der Gegensatz Europa und Asien ist nicht geographisch gemeint, sondern fällt etwa mit dem der ,,Wert- und der Lebensreligionen“ (104) ' zusammen; dem Judentum, von dem der Vf. nur sehr ungenaue Vorstellungen hat, wird (298 ff.) eine vermittelnde Stellung neben dem Parsismus angewiesen. Das Buch nimmt leidenschaftlich Partei gegen die Anmaßung und Brutalität der Wertreligionen, hält aber deren Sieg für unvermeidlich. Felix von Luschan* Völker, Rassen, Sprachen. Berlin, Weltverlag, 1922, 192 S. Der allgemeine Standpunkt des durchaus gemeinverständlich geschriebenen Buches kommt in folgenden Leitsätzen zum Ausdruck: Die Menschheit besteht aus einer Spezies; die trennenden Eigenschaften der.Rassen sind im wesentlichen durch Faktoren der Umwelt entstanden; es gibt keine an sich minderwertigen Rassen; der Unterschied zwischen den Rassen ist nicht entfernt so groß, wie zwischen einzelnen Individuen derselben Rasse; Mischlinge sind niemals a priori minderwertig. Bezüglich der Juden wird demgemäß dem Rassenmoment nicht sehr viel Bedeutung beigelegt und auf Blutmischung

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