Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 67 (1923)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1923)
- Article
- Einzelbemerkungen zur Lieferung 3 - 6 der Holtzmannschen Mischna-Ausgabe [Rezension]
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 7)
- Language
- German
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<39 S. 57, 1/9: ״ רהרלר לוer geht fort, er entfernt sich“ übersetzt Holtzmann: ,,und weiter“! offenbar aus Verwechslung mit הילך. S. 59—62. Die lange Ausführung zu II, 2 strotzt von Irrtümern. Von verhindert sein am Eintritt ist keine Spur vorhanden; מנולה ist ein Gebannter, nicht ein vom Tempel Ausgewiesener; was im Namen Lipschitz* angeführt wird, ist nicht zu finden. S. 69, II, 6 לשכת בית שמנים Kammer des Oelhauses. Dafür in manchen e,dd. aram. שמניא und in ed. Lowe, nach ihrer Eigentümlichkeit ה für א zu schreiben, יימניה. Diese Lesart ist für Holtzmann verhängnisvoll geworden. Denn er vokalisiert: שמניה, übersetzt: ,,des Hauses Schemanja“ und erklärt "בית שמניה scheinbar Name einer Familie, die nach ihrem Beruf — die Hut über das Oellager des Tempels — benannt ist, Oder ist zu punktieren בית שמן יח Raum des Oels des Herrn. Oder der Name Schemanja ist der Vater des Gedankens, daß hier das Oellager des Tempels gewesen sei“l Hätte er, anstatt exotische Texte zu suchen, die g'angbaren Ausgaben benützt, und anstatt zu philosophieren ein Wörterbuch aufgeschlagen, so hätte er erfahren, daß שמניא plur. von שמנא Oel ist. S. 70. Zu II, 6 bemerkt Holtzmann: ״Maimonides und ebenso Hamburger und Hildesheimer beziehen diese als bleibende Einrichtung gedachte Empore auf das Suk V, 2 bei Gelegenheit des Fackeltanzes am Laubhüttenfest erwähnte Gerüste. Aber nach Suk V, 2 diente dieses Gerüst als Träger von goldenen Leuchtern, zu deren Oelschalen die Priester auf Leitern emporsteigen mußten. Von weiblichen Zuschauern redet Suk 5, 2 nicht“. Nun wird aber Sukkah V, 2 ein Gerüst gar nicht erwähnt. Nur die beiden Talmude erklären das dort erwähnte תקון גדול als Gerüst, eben mit Hinweis auf Middoth II, 6! S. 81, III, 4 wird inbezug auf die Altarsteine gesagt: ״das Eisen macht untauglich durch [bloße] Berührung, eine Verletzung aber, durch was immer [beigebracht] שהברזל פיסל בנגיעה, ופגימה בכל דבר. Holtzmann aber übersetzt: ,,Das Eisen macht untauglich durch Berühren und Verletzen in jeder Beziehung“! — In derselben Mischna heißt es dann: שהברזל נבי־א לקצר ימיר של אדם das Eisen ist geschaffen, die Tage des Menschen zu verkürzen, d. h. es ist dazu geeignet. Holtzmann aber übersetzt: ״das Eisen ist geschaffen, um (!) die Tage des Menschen zu verkürzen“ und bemerkt allen Ernstes: ״danach wäre das Eisen nach dem Sündenfall geschaffen“! S. 84—85. . Schlächter heißt טבח (nicht מטבח, daher III, 5 המטבחים^ nicht המטבחים, Schlachthaus, nicht: ״Haus der Schlächter“. S. 89, III, 8 heißt es inbezug auf den goldenen Weinstock, an den die Spenden gehängt wurden: Es geschah einmal, daß 300 Priester sich versammeln mußten, um . ihn von der Stelle zu rücken. ונמכר עליה שלש מאור כהנים. Dies übersetzt Holtzmann: ״einmal wurden dreihundert Priester an ihm gezählt“!! S. 90. Zu IV, 2: ועליו הוא מפורש על ידי יחזקאל״ darüber ist es ausgesprochen durch Ezechiel“ bemerkt Holtzmann: ״In solchen Anführungen ist היא der durch die Schrift redende Gott: auzö;, die höchste Autorität“! Um des Himmels willen! gibt es keine Wörterbücher für Mischna,,er klarer“, die die Sprache nicht verstehen? Dalman, D. Gustaf H.: Aramäisch-Neuhebräisches Handwörterbuch zuTargum, Talmud und Midrasch. Zweite verbesserte und vermehrte Auflage. Mit Lexikon der Abbreviaturen von G. H. Händler und einem Verzeichnis der Mischna-Abschnitte, beides bearbeitet von J. Kahan, Frankfurt a. M., Kauffmann, VIII, 457, 120 S. Auch schon in seiner ersten Auflage stellte Dalmans* Wörterbuch weit mehr als einen bloßen Ersatz für die umfangreichen und kostspieligeren Werke von Levy, Kohiit oder Jastrow dar, als welchen es der Verfasser in übergroßer Bescheidenheit gewertet wissen wollte. Darin freilich unterschied sich die erste und unterscheidet sich auch weiterhin die zweite Auflage von diesen Wörterbüchern, daß sie grundsätzlich Zitate, aus den Quellen nicht anführen, Und soweit Talmud und Midrasch (nicht aber die Targume) in Betracht kommen, auch auf Stellenangaben verzichten. Bleibt also der Wert dieser älteren Werke