Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 67 (1923)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1923)
- Article
- Mitteilungen zur Geschichte und Literatur aus der Geniza
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 1)
- Language
- German
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59 Mitteilungen zur Geschichte und Literatur aus der Geniza. Von A. Marmorstein in London. 1. Neues Material über Joseph ben Isak Satauas. Der von uns veröffentlichte Brief des Ibn Abitur an den Gaon in Jerusalem1, nämlich an Samuel ben Joseph ha-Kohen, eröffnet nicht nur wichtige Ausblicke über des Schreibers Streit mit dem Rabbiner in Cordova, R. Hanoch ben Moses, sondern verbreitet auch Licht über einige Details, die bisher nur Gegenstände der Vermutungen und des Hin- und Herratens gewesen sind. Die Streit- Sache dieser zwei Männer, von denen einer mit der Krone der Gelehrsamkeit und dem Glorienscheine der Legende vielleicht schon bei Leb- Zeiten gekrönt gewesen, der andere vom Glanze des Adels, der Kultur, der Poesie und des Wissens umgeben war, hat allem Anscheine nach das Interesse und die Teilnahme der ganzen Judenheit der damaligen Zeit wachgerufen. Von ganz besonderer Wichtigkeit, neben anderen nicht unerheblichen Stellen, ist ein Passus, den wir hier wörtlich zitieren: וידע כבודו כי זקן וקני ירחמם אלהינו ודתה ידו תקופה בספרד ולהגיד מערותיו ביןן בתי רה בין בדבר■ אחר בל נוכל והוא קיים ד׳ מיתות באספמיא מה שלא יתכן לוולתו בחוץ לארץ2 ולשום שהיה שום להלקאות הרשעים קראוהו שוט אנוש ודבר וה לשבח היה בפני צור ויצור. , Nach, diesem Berichte hat der Urahne des .Schreibers in Spanien gelebt und geherrscht. Er nahm unter seinen Stammesbrüdern eine hervorragende Stellung ein. Diese verdankte er seiner wissenschaftlichen Bedeutung einerseits, seiner anderweitigen Größe, die aber nicht näher beschrieben wird, andererseits. Ferner lernen wir, daß er auch die vier Todesstrafen an schuldigen Personen vollziehen ließ, was sonst nirgends im Exile geschah. Der Enkel erklärt damit die Bedeutung seines Familiennamens, der den Gelehrten des letzten Jahrhunderts zu vielen Vermutungen Anlaß gegeben hatte. Man nannte den Ahnherrn שופזאנש ,,Sotanas“, weil er die Zuchtrute über Sünder und Frevler geschwungen hatte. Soweit geht Ibn Abiturs Bericht. R. Jehuda Barzeloni, der Verfasser des ם, העתים (ed. Schorr, Berlin 1903, p. 267), bringt einen Bericht im Namen des Samuel ha-Nagid, der Ibn Abiturs Nachricht teilweise bestätigt. Barzeloni schreibt: וכתב הנגיד הכי אמר שמואל הלר אית מרבנן דאמרי חלילה וחלילה לבני ספרד שיניחו את התרגום כמו שאמרו שואלין הללו. שבספרד מקום רבוץ חורה היה מומן ראשון מגלות ירושלים עד עכשיו והנחות התרגום דרך מינות היא, ולא נמצאת בהם מינות מעולם, אלא במקצת כפרים הסמוכים לארץ אדום שמרננין. עליהם שיש בהם צד מינות בסתר והן כופרים בכך וקדמונינו הלקו מהן אנשים שאמרום למלקיות ומתו מתוך הלקאה והיאך יניחו התרגום כלל.:; Der Bericht des Nagid besagt nur, daß die spanischen Gelehrten die Prügelstrafe vollziehen ließen, die einen tödlichen Ausgang hatte. Demgegenüber spricht Maimonides von der Todesstrafe, die man 1 S; REJ LXX, p. 100 f. 2 Die Gaonen betonen יעכשייו שאין לכי ד׳ מיתית, vgl.שערי תשיבה, ed. Livorno Nr. 14, p. 7 B (R. Raj Gaon); ferner שערי צדק (Salonika). p. 91 B. לא שמענו מרבותינו שראו אותה'או שהיו עושי׳ באחת מארבע מיתות בית דין שבשתי ישיבות כלום.