Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 66 (sequence 2)
- Language
- German
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, . ■ \ . י klar geschriebenen Abhandlung über eine der wichtigsten Gegenwartsfragen nicht Vorbeigehen können.—Auch die übrigen wissenschaftlichen Arbeiten, deren Inhalt schon durch ihr Thema wesentlich bezeichnet ist (Gassuto. bespricht Dantes Einfluß auf Immanuel Romi) sind bei aller Gediegenheit dem Laien leicht lesbar. Die Bestellung des Buches durch Einsendung des ganz unverhältnismäßig geringen Betrages an die Gesellschaft kann daher gar nicht dringend genug empfohlen werden. Heinemann. Fritz Kahn, Die Juden als Rasse und Kulturvolk. Berlin 1920. 224 Seiten. Gegenüber Chamberlain und Weininger, Woltmann, Wilser und Hauser bedeutet Kahns Werk zweifellos einen gewaltigen Fortschritt. Jene gehen bei ihrer ,,voraussetzungslosen Wissenschaft“ von der Voraussetzung aus, daß allein , der Germane zu allem Hohen und Edlen fähig sei, während der Semit und im besonderen der Jude jeder höheren Regung bar sei. Kahn beweist ihnen, daß es weder Germanen noch Semiten überhaupt gibt, daß alle Völker Ergebnisse einer Jahrtausende währenden Vermischung und Züchtung sind, Resultate aus Hunderten von Komponenten, keine WTesen aus einem Guß. Wenn aber die Juden mehr als andere Völker einen.einheitlich geschlossenen Eindruck machen, so ist dies im Laufe der Jahrtausende geworden, geworden durch Schicksal, Milieu und Inzucht. Unbestreitbar sind die ,Leistungen dieser jüdischen Gemeinschaft, die nach Kahn besser als ,,Kulturgemeinschaft“ zu bezeichnen ist. Neben Babel und Hellas, neben Rom, Granada, Paris, neben Venedig, Nürnberg und Weimar darf ebenbürtig Zion genannt werden. Und die Leistungen des Judentums sind in ihren Wirkungen weiterreichend als die aller anderen Kulturen. ,,Wenn ein Mensch vom Hauche der Kultur auch nur mit dem flüchtigsten Wehe gestreift ist, so raunten ihm die Genien der Geschichte die zehn Gebote in Ohr und Herz“ (S. 180). ־ Eins hat Kahn freilich mit Chamberlain gemeinsam. Geistreich und hochbegabt sucht er durch glänzende Bilder und witzige Antithesen zu überreden — nicht zu überzeugen. Und wenn er etwa als die drei größten Männer des Judentums Moses, Jesus und — Karl Marx bezeichnet, so erscheint es uns sehr zweifelhaft, ob gerade er die Ewigkeitswerte richtig zu würdigen weiß, die das geschichtliche Judentum der Welt geschenkt hat. Insterburg. Siegbert Neufeld. Archiv für Religionspsychologie: Herausgegeben von Pfarrer Dr. W. Stählin, Nürnberg. Organ der Gesellschaft für Religionspsychologie. Bd. I. Tübingen. Verlag J. G. B. Mohr. , 1914. Bd. II/III. '1921. Kurz vor Kriegsausbruch erschien unter Mitwirkung namhafter Psychologen eine neue Zeitschrift für religionspsychologische Forschung: der 1. Band des ,,Archiv für Religionspsychologie“. Erst jetzt folgte der 2. und 3. Band (als Doppelband), freudig begrüßt von allen, die der Religionspsychologie Interesse entgegenbringen. Die bisher vorliegenden Bände des ״Archiv“ enthalten eine solche Fülle von Abhandlungen, Referaten, Besprechungen, Kleinen Anzeigen, daß . hier Einzelnes nicht eingehend betrachtet werden kann. Nur ein paar mir besonders wertvoll erscheinende Abhandlungen möchte ich erwähnen, um eine Vor- Stellung von der Reichhaltigkeit und Bedeutung der religionspsychologischen Arbeit zu geben, die im ״Archiv“ ihren Niederschlag gefunden hat. So bietet