Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Mose am Dornbusch
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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33;־-״ *■= wo bist du? ich weiß es ■nicht, sondern ich weiß, wo du bist, du hast dich versteckt, warum tatest du es? 49 1אי הבל אחיך. Ja sogar an Ort und Stelle haben wir ein besonders drastisches Beispiel, denn 42 fragt Gott מה בידך und Moses antwortet: ,,ein Stab0. Als wenn Gott das nicht gesehen hätte! Die Frage hat nur den Zweck, den bisherigen Tatbestand erst durch den eigenen Mund des Beteiligten bestätigen zu lassen, damit die Umwandlung nachher um so eindrucksvoller sei und nicht bestritten werden könne. Ebenso ist Gen 3227 zu beurteilen. Es ist die der unsrigen ähnlichste Stelle, insofern es die einzige ist (neben Spr 304, worüber u.), bei der das Nomen gleichfalls שם ist. Trotz seiner Frage מה שמך weiß der Mann sehr wohl, wie Jakob heißt. Aber es soll die Anknüpfung für die folgende Namensänderung sein nicht wahr, dein Name ist doch Jakob? wie es 3510 geradezu heißt שמך יעקב. Hingegen den Engel, dessen Name Jakob nicht weiß, fragt er förmlich (וישאל יעקב); sage mir doch (הנידה נא לי) deinen Namen. Jedoch darf man aus den soeben besprochenen Stellen 42, Gen 3227 nicht den falschen Schluß ziehen, daß etwa die Israeliten mit ihrer Frage gleichfalls eine Aenderung provozieren wollten, indem sie hätten sagen wollen: Heißt er nicht Ihvh, heißt er noch immer Ihvh und nicht anders? Er ändere seinen Namen d. h. sich, das wird uns glauben machen, daß sich auch unser Geschick ändert! Dies hieße die Rollen vertauschen, denn es ist ja nicht Mose, der seinen Stab und Jakob, der seinen Namen ändert, abgesehen davon, daß kein anderer Name die Israeliten tatsächlich weiterbrächte. Schließlich muß man fühlen, daß wie die Frage der Israeliten nicht mit ואמרו לי, sondern mit הגידה נא לי einzuleiten wäre, so die Frage Moses השם אשר אגיד m אי להם. 1 Dieser Redeweise bedient sich sogar die juristische Formelsprache. Die Formel für die Ueberführung der unmöglichen Zeugen (עדים זוממים) beginnt: היאך אתם מעידים. Ein anvertrautes Pfand (פקדון) fordert der Deponent von dem Depositar (שומר) mit den Worten zurück: היכן פקדוני z. B. Mischna Scheb. YHIjff. היכן שורי שגנבת (!). Daraus versteht man erst recht die Antwort Kains (die gleichfalls in einer affektvollen Frage besteht) השומר אחי אנכי• Es ist wieder eines der zahlreichen Beispiele (die ich für die Josephs־ geschichte in ,,Quellenscheidung und Exegese im Pentateuch“ 1916, p. 64ff. aufgedeckt habe), wie die Erzählung von Begriffen und Formeln des Rechts durchzogen ist. (Fortsetzung folgt) Monatsschrift, 66. Jahrgang.