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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 1 · p. Seite 10

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 1
Article
Das Hakenkreuz
Date
1922-01-01
Page
Seite 10 (sequence 2)
Language
German
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für die Vierteilung des Kreislaufes und insbesondere das Zeichen der Sonne ist1. In dieser Gestalt tritt sie uns schon in der ältesten Zeit auf einer Vase aus Susa entgegen2. Weitere Funde aus der Zeit um 1300 vor unserer Zeitrechnung machen es wahrscheinlich, daß es sich ,in der elamischen Kultur wie bei den Hethitern um baby- Ionisches Gut handelt. Die Sonne ruft Fülle und Pracht der Erde hervor, sie gilt als Arzt, und in ihrer Hand steht es, den Toten lebendig zu machen3. Wir verstehen nun, weshalb in der babylonisch beeinflußten ägyptischen Religion Isis (mit der Sonne auf dem Haupte) das Henkelkreuz (Hieroglyphe für ״Leben“) in der Hand hält, das man auch den Toten in den Mund zu legen pflegte, wie sich ebenfalls das Hakenkreuz auf christlichen Grabsteinen schon vor Constantin findet4. Die auffällige Verwandtschaft der astronomischen Lehren bei Indern, Chinesen, Arabern und Babyloniern führt nun unbedingt zur Annahme einer einheitlichen Herkunft aus Babylonien, da eine solche Aehnlichkeit bei den verschiedenen geographischen Breiten nicht anders zu erklären ist5. Aus diesem Zusammenhang wird es verständlich, warum gerade chinesische Soldaten das Hakenkreuz (als lebenspendendes Zeichen) als Amulett zu tragen pflegen6. Wie' es in diesem Sinne in Indien als Viehmarke gebräuchlich ist, findet es sich auch auf Phallussteinen in Japan (4. Jahrhundert)7. Nun ist die babylonische Kosmologie mit ihren Zeichen nicht nur nach Osten gewandert, sondern hat auch den fernsten Westen beeinflußt. Die Vermittlung an Griechenland geschah durch die ägäische Epoche, aus der uns eine Göttinstatue erhalten ist, in deren Vulva das Hakenkreuz (Prinzip des Lebens) eingeschrieben ist8. Gerade die Kultur des griechischen Mittelalters ist derart orientalisierend, daß, wie Eduard Meyer zugibt, die Entscheidung schwer fällt, wie weit wir es überhaupt mit griechischen Produkten zu tun haben9. In diese Zeit fällt auch die Uebernahme des phönizisch-semitischen Alphabets durch die Griechen. 1 A. Jeremias, Handbuch der altorientalischen Geistes kultur 96. 2 Andree, Anu-Adad-Tempel, 29. 3 Braig, Rel. Texts. II 3. 4 Berkner, Handbuch der kirchlichen Kunstaltertümer, 558. 5 Yergl. Weber, Berl. Akad. der Wiss. 1860 u. 61 phil. KI. 3 Zeitschrift des Vereins für Volkskunde. 1904,126. Vergl. die Uniformen der kaiserlichen Leibgarde im. Römermuseum zu Hildesheim. 7 Storfer, Marias Mutterschaft, 161; Zeitschrift für Ethnologie 36, 86. 8 Jeremias, allgemeine Religionsgeschichte 210. 9 Geschichte des Altertums II 378.

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