Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Eine neue Hypothese über den Ursprung des Magén David
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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9 habe ich bei meinen Bauten ־and Entwürfen unbewußt stets eine schlanke, der Ellipse eingeschriebene Form für dieses Symbol an denjenigen Stellen gewählt, die es als krönende Zier aufweisen. (Pinne, Deutsch-Krone.) Auch Nöthling ist der Meinung, daß die schlanke Form (Abb. 4) die richtige sei; bezeichnend ist auch, daß bei ihr die Regel vom goldenen Schnitt für die Teilung der Höhe maßgebend ist. Hingegen weist N. darauf hin, er hätte selbst schon ,,ältere Darstellungen“ des MD gesehen, die ihm durch ihre eigenartig gedrückte. Form aufgefallen waren. Für die schlankere Form verweist er jedoch auf Dreiecke, die unzweifelhaft auf den MD hinweisen (Scheitelwinkel 56°!) und die er in einer älteren kabbalistisch-rosenkreuzlerischen Schrift: ״Das grosse Geheimnis oder Mysterium magnum“ Bd. II S. 148 (deutsche Ausgabe von A. Jennings: Die Rosenkreuzer) gesehen hat. Es ist, wie man aus dem vorigen ersehen mag, hier eine Klärung nur durch Mitarbeit der jüdischen Schriftgelehrten möglich, und es ist im Interesse der Wissenschaft erwünscht, daß sich diese zu den Fragen äußern, die ich hier nur vom archäologischen und künstlerischen Standpunkte beleuchten konnte. 2. Das Hakenkreuz. Von Dr. H enner Vorwahl in Hildesheim. Das als antisemitisches Abzeichen heute weit verbreitete Hakenkreuz ist von H o e r n e als Abbreviatur einer geometrischen Dar- Stellung der menschlichen Figur gedeutet worden1, während sich H ö f 1 e r für die von Krause beigebrachte Deutung als Feuerquirl entscheidet, wobei er Indien als Heimat des Zeichens ansieht. Aehnlich spricht sich Lehmann aus, der jedoch den solaren Charakter des Hakenkreuzes schon erkannt hat, indem er auf den Zusammenhang mit dem buddhistischen Sonnenrad hinweist. Dafür spricht auch ein altes astrologisches Zeichen, das aus einem Tierkreis, in den die* 12 himmlischen Orte (Leben, Reisen, Tod, Ehe usw.) eingetragen sind, und einem Hakenkreuz besteht, dessen Hauptbalken die Bilder Widder—Wage und Steinbock—Krebs verbinden2. Dieses Horoskop stammt aber aus dem b a bylonisch-sumerischen Kulturkreis, für den das Kre.uz das mystische Zeichen 1 Vergl. Reinecke, Zeitschrift für Enthnologie 35, 459. 2 Vergl. Boll, Sternglaube und Sterndeutung, 79, 85.