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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1921) · p. Seite 14

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 1-3 (Januar 1921)
Article
Hermann Cohen
Date
1921-01-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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IRI
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14 Hermann Cohen: Die Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums. da, wo es religiös ist, von dem bloß humanen Empfinden dadurch, daß, wie in aller Kreatur, so besonders in dem Mitmenschen Gott geliebt und geehrt wird. Dies aber ist nur möglich, wenn Gott nicht Idee, sondern Quell und Ziel des Lebens, Vater und Hort ist. Und ebenso ist das sittliche Bewußtsein einer solchen Stärke fähig, daß die sittliche Gesinnung, die Tat, die Sünde, die Reue, Buße, Versöhnung eine unmittelbare Beziehung auf Gott erhält, aus der Sphäre der Ethik in die der Religion eintritt. Dann aber bedeutet diese Verwandlung des Bewußtseins ein Versinken in den Urgrund des persönlichen Lebens und das Innewerden eines über •alles Begreifen hinausgehenden Zusammenhanges von Mensch und Gott. Alle Kraft und Glut des religiösen Empfindens kann die Cohensche Philosophie nicht von dem Schatten befreien, daß Gott in diesem System des Rationalismus nicht zu klarer Wirklichkeit kommt. Darum bleiben auch die religiösen Begriffe der Schöpfung, Offenbarung, Versöhnung in der Schwebe. Durch den strengen rationalistischen Zug der Cohenschen Philosophie aber gelangen die rational-ethischen Momente des Judentums zu energischer Bestimmung. Wenn Mendelssohn Judentum und Vernunftreligion bestenfalls als einander ergänzende Größen behandelt, so bringt Cohen die jüdische Religion und die Vernunftreligion nahezu zur Identität. In einer zu bewundernden Energie und Fruchtbarkeit der philosophischen Exegese durchleuchtet Cohen das jüdische Schrifttum, um seine rational-ethischen und religiösen Ueberzeugungen als den Kem des Judentums zu erweisen. Und während Maimonides nur in einer starken Verschiebung der die Exegese leitenden ethischen und intellektuellen Gesichtspunkte die Bibel und Aristoteles zur Ueberein- Stimmung bringen konnte, besteht eine innere Verwandtschaft zwischen der Gedankenwelt der Bibel und den ethischreligiösen Werten, die Kant und der Neukantianismus als Wesen der Vemunftreligion bestimmten. Ist ja doch die

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