Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen. 19 ■־• Da man fand es in Estemoa dreimal, in Nana sechsmal; vielfach mit Weinlaub, Trauben oder Ornamenten der heidnischen Völker verbunden. In einer Abbildung wird eine solche Leuchterskulptur vorgeführt. Diese sowie das Pentau. Hexagramm, Adler u. Löwen werden uns als Symbole nicht verwundern; umsomehr erstaunt man über skulpturellen Schmuck der Synagogen Galiläas, bei denen Zentauren, Najaden, eine säugende Eselin und sogar traubenpflückende Männer skrupellos Verwendung fanden. D. erklärt dies (in einem erweiterten Aufsatz, Neudeutsche Bauztg, 1918, S. 193) damit, daß man von diesem bedenklichen Schmuck , ״unbefangen Gebrauch machte, weil er doch nicht zur Verehrung bestimmt sei.־״ Wir erfahren ferner, dass die Anordnung eines Almemor schon damals üblich gewesen sein mußte. Seltsam erscheint jedoch die Stellung verschiedener galiläischer Synagogen nach Norden, während der alte Tempel, in dessen Richtung man ja betete, südlich lag. Die Erklärung, die D. hierzu erhalten haben will, man hätte es hierbei mit ״antik-orientalischer Vorstellung von einem Göttersitz im Norden“ zu. tun, scheint mir unhaltbar. Viel wahrscheinlicher!st, daß der Almemor (in Kapernaum), wie Watzinger vermutet, an der •Eingangs seite stand, eine Theorie, die D. bekämpft. Und doch ist die Stellung in den Synagogen Italiens (vgl. meine ״Synagogentypen usw.“ Abschn. A. 6) bis auf den heutigen Tag an der Eingangsseite. Vielleicht hat man damals diese südliche Estrade zum Vorlesen des Gesetzes so hoch geachtet, daß man sich nach ihr geschlossen zuwandte, und es wäre auf diese Weise deren Anordnung in der Tempelrichtung zu erklären. So darf sich D. auch nicht wundern, wenn die Juden bei ihren ״Basiliken“ die Apside im Hintergrund vermieden. Erst die Zeit des Mittelalters führte die Apsis ein. Zuerst zaghaft, mehr in Form einer Schranknische (Worms), dann, nach dem Vorbilde des Kirchenbaues, immer ausgeprägter, bis endlich im 19. Jahrhundert nach dem Entfernen des Almemor jene Mischbauten aus katholischen P(arr~ und evangelischer Predigtkirche entstanden, die wir als Synagogen anzusprechen uns längst gewöhnt haben. Wie anders die ersten Juden des Exils; sie eliminieren von der römischen Basillke, was ihren Zwecken widerspricht! Dalman widmet •im Anschluß an dieses erste Kapital deren weitere, drei den Beziehungen der Palästina-Juden zu den heiligen Gräbern, den Schulen und Kolonien; eines dem Zionismus und das letzte der Zukunft des Landes. Aus der Fülle der kulturgeschichtlich hochwertigen und scharfen Beobachtungen des verdienten Forschers sei hervorgehohen, daß das Exil* bewußtsein der Jerusalemjuden so tief eingewurzelt ist, daß sie, wie alle ihre Glaubensbrüder, das Passah-Gebet mit dem Rufe schließen: ״Nächstes Jahr in J.!Ä Im Kapitel ״Zionismus“ wendet er sich — obgleich die guten Absichten dieser Bestrebungen nicht verkennend — energisch gegen die hebr Unterrichtssprache, die seiner Ansicht nach ״mit ihrem polonisierenden.