Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Wesen und Bedeutung des Dagesch, insbesondere des Dagesch euphonicum
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 56 (sequence 1)
- Language
- German
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Wesen und Bedeutung-;des Dagesch, insbesondere des Dagesch euphonicum. Von Jos. Cohn. In der Besprechung der Idelsohn’schen Schrift: Phonographische Gesänge und Aussprachspröben des Hebräischen, der Jemenit, persischen und syrischen Juden (Monatsschr. Jahrg. 62, S. 285) äußert der Herr Referent seine Verwunderung über die Mitteilung des Verfassers, daß bei den persischen Juden das Dagesch forte nicht betont wird. Allein so auffallend und rätselhaft ist die Tatsache nicht. Nach eingehender und vieljähriger Beschäftigung mit diesem Gegenstand ist es mir zur Gewißheit geworden, daß dageschierte Silben — mit Ausnähme der wenigen Formen, wo sie den Wortton haben — in der Regel gar nicht oder nur sehr schwäch betont werden und daß sich infolge der Tonlosigkeit auch die Verdoppelung des mit Dagesch forte versehenen Konsonanten unmittelbar vor der Tonsilbe gar nicht und erst bei größerer Entfernung von ihr etwas zu Gehör kommt. Betont wird das Dagesch forte erstens in den Pronominalsuffixen ״נה ״נו ״ני und zweitens in Verbalformen wie סכו כרתי נתתי. Zu diesen ist noch zu zählen אתרי, dessen Dagesch ebenfalls kompensativ ist und das den Ton auf der ersten Silbe hat bei וקף קטן und in den drei poetischen Büchern אמ״ת bei אתנח in Sätzen, wo außerdem noch sich der stärkere Trennungsakzent צולה ויולד vorfindet. Dagegen deutet das Dagesch in יסבו תקוננה יסבו nur den fehlenden dritten Wurzelbuchstaben an, hat aber weder die Verdoppelung des dageschierten Konsonanten, noch die Schärfung des vorhergehenden Vokals zur Folge, da חולם und צירה als eigentliche Diphthonge niemals kurz gelesen werden dürfen. Auch nicht nach der spanisch-portugiesischen