Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Philons Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 8 (sequence 1)
- Language
- German
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Phiions Lehre vom Heiligen Geist und der intuitiven Erkenntnis. Von J. Heine mann in Breslau. Der christliche Gottesbegriff unterscheidet sich vom jüdischen durch das Dogma der Trinität. Neben, den Welt- Schöpfer und Gesetzgeber unserer Bibel, stellt das Christentum den Sohn Gottes und den Heiligen Geist. Woher stammen beide Begriffe? Für den ״Sohn“ ist die Untersuchung längst geführt; als Quelle ergab sich vorwiegend die griechische Logosspekulation, die in der ״Vernunft“ oder dem ״Worte“ den ״erstgeborenen Sohn Gottes“ erkannte. Woher aber stammt die dritte Person, der Heilige Geist? Ist er aus dem biblischen Begriffe der חח י״י abzuleiten? Oder hat er־ — wie jüdische Religionsphilosophen seit einem Jahrtausend1) zu erweisen suchen — mit diesem nicht mehr zu tun, als. der Gottessohn der pauiinischen Theologie mit der Lehre von der Gotteskindschaft, die unsere Bibel verkündet? — Die Frage ist von höchstem religionsgeschichtlichem Interesse; und ,dies steigert sich, wenn man nicht nur an Person und Wesen, sondern auch an die Funktion des Heiligen Geistes, die Verleihung übernatürlicher Erkenntnis,, denkt. Wie ist eine solche Lehre in die christliche Dogmatik gekommen? Aus dem Griechentum oder aus dem Judentum? Oder ist vielleicht auch hier mit dem Einfluß der orientalischen Geheimkulte zu rechnen? ג) Über Saadjas Polemik gegen die christliche Auffassung der alttestamentlichen Lehre von der רוח vgl. Guttmann, Religionsphilosophie, des Saadja 106 f.;. Bacher, Bibelexegese vor Maimuni 42.