Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 1 · p. 48

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 1
Article
Zu Spinozas Brief an Burgh
Date
1919-01-01
Page
48 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2829132-2829892-2829894-2847927--43439-2847982
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Kurze Mitteilungen. Zu Spinozas Brief an Burgh. Am 11. Sept. 1675 wandte sich AlbertBurgh, der zumKatholizismus übergetretene Sohn eines gewesenen holländischen Ministers in einem uns erhaltenen Briefe mit einem plumpen Bekehrungsversuche an Spinoza. Dem wohledlen Jüngling wurde darauf in einem Briefe des Philosophen vom 11. Febr. 1676 eine gründliche Abfertigung zu teil. In diesem Antwortschreiben1) berichtet Spinoza über jüdische Märtyrer seiner Zeit: »Ich selbst weiß unter anderen von einem .gewissen Juda, genannt der Treue, der mitten in den Flammen, als man ihn schon tot glaubte, einen Hymnus zu singen begann: »Dir Gott befehle ich meine Seele«, und der so mitten im Gesang den Geist aufgab«2). Graetz (X3, 402) hat festgestellt, daß dieser »Jehuda creyente« genannte Märtyrer der am 25. Juli 1644 in Valladolid auf dem Scheiterhäufen verbrannte Don Lope de Vera y Alarcon gewesen ist. Völlig unhaltbar jedoch ist die weitere Annahme, daß Sp. diesen Juda persönlich gekannt und das Auto-da-Fö in Valladolid selbst mit angesehen habe. Seitdem wir aus Freudenthals Sammlung von urkundlichen Nachrichten über die Familie Spinozas3) wissen, *) Spinoza, Op. post. 74, jetzige Zahlung 76. 2) Gebhardt, Spinoza Briefwechsel, Leipzig 1914, S. 287. Der lateinische Text lautet: Ipse enim inter alias quendam Judam, quem fidum appellant, novi, qui in mediis flammis, quum jam mortuus crederetur, hyntnum, qui incipit: Tibi Deus animam meam offero, canere incepit et in medio cantu exspiravit. 3) Freudenthal, Lebensgeschichte Spinozas, S. 109 ff. Zu dem hier veröffentlichten urkundlichen Material füge ich aus dem handschriftlieh in meinem Bestze befindlichen Livro de Eleicoems do K. K- Amsterdam die- Aufzeichnung hinzu, daß i. J. 5409 (== 1648—49) Micael d’Espinozas (Spinoza Vater) Schatzmeister der Hebra de Bicur Holim (die seit 5399 bestand) gewesen ist. Die anderen damaligen Vorsteher dieses Krankenpflege-Vereins waren Jac. Mussaphia, Is« Henriquez Farro, Joseph Naar, David Garcia und Jac. Berachel.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.