Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 62 (1918)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur Lebensgeschichte Uriel da Costas
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 11)
- Language
- German
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Zur Lebensgeschichte Uriel da Costas. 47 alle die Pflicht, ihn als einen durch den schwersten Bann aus der Synagoge Ausgestoßenen zu betrachten und zu behandeln, bis er in aufrichtiger Buße von dieser Ketzerei umkehren und in reuigem Widerruf sich verpflichten würde, auch nicht das Geringste der traditionellen Lehre je wieder mit einem Worte anzugreifen. Das Datum dieses Briefes ist zwar in der uns erhaltenen Ab- Schrift nicht angegeben, aber ohne Zweifel das Jahr 1616—17. Den 23. Ab 1618 erläßt das Rabbinat in Venedig eine wohl von Leon Modena, dem anerkannten Meister hebräischen Stils verfaßte, für die Rabbinen allerorten bestimmte geharnischte Kundmachung, die über die Tadler der Worte unserer Weisen und die Leugner der rabbinischen Tradition den Bann verhängt* 1). Wie aus diesem Schriftstück hervorgeht, hat es damals in Venedig nicht wenige Zweifler und Leugner gegeben2) die sich nicht darauf beschränken, trotzdem noch 1617 »die portugiesische Nation« daselbst keine Synagoge haben durfte (Graetz das. S. 17), es doch schon 1616 ein Bethaus בית הכנסת für die dortigen Juden gegeben hat. Ferner ist der Rabbiner Ishac Atias nicht erst nach 1626, sondern schon 1622 von Hamburg nach Venedig gegangen. In der Widmung seines Ven. 1627 gedruckten Buches Tesoro de Preceptos an die ehrw. heil. Gemeinde von Hamburg (al venerando Kahal Kedos Talmud Tora de Hamburgo) schreibt er, daß er von dieser Gemeinde und ihrem ersten und einzigen Gründer Elia Aboab während der Jahre, die er in ihrer Gesellschaft und unter ihrem Einflüsse zugebracht, unendlich viel Gutes genossen habe. Sonach hat die Hamburger jüdische Portugiesengemeinde — wohl bereits von Anfang an unter dem Namen Talmud Tora — jedenfalls schon 1616 bestanden, und in der auf »der Herrlichkeit« in Hamburg um 1626 mit behördlicher Erlaubnis erbauten Synagoge war nicht Is. Atias, sondern, wie bei Reils in Ztschr. f. Hamb. Gesch. II, 380 angegeben, David de Lara der erste Rabbiner. 1) Der Text ist zuerst in ורע אנשים, Husiatyn 1902, Nr. 29 und dann bei Blau, deutscher Teil, S. 95 abgedruckt. Das. Z. 3 st. בחבל 1. כחבל, z. 4 נשאו ist richtig nach Hos. 13,1; z. 5 st.יאמרו.1 ואמרו; z. u st. על החתום .1 על המקום; z. 14 st. ונסיר .1 ונסור, z. 20 st. העלה .1 העלו. 2) Auch in der Vorrede zu dem 1625 vollendeten, aber erst 1629 in Amsterdam erschienenen Buche Nomologia des Haham Imanuel Aboab schreibt der Verf. (Ed. I, S. 5), daß er vor etwa 10 ״Jahren, also