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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 1 · p. Seite 66

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 1
Article
Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau (1742 - 1945), und seine Zeit
Date
1917-01-01
Page
Seite 66 (sequence 16)
Language
German
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66 Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau. Feinden gehörte selbstverständlich der schon erwähnte ehemalige Vorsteher und Rabbiner von Ssdziszöw ,Daniel Salomonowicz (oben S. 55). Er behauptete, einst dem Gedalja Isaakowicz einen Blanko-Wechsel als Sicherstellung dafür, daß er bei der Rabbinerwahl für Theomim stimmen werde, gegeben zu haben; Gedalja habe dann, als sie sich entzweit hätten, weil er gegen Theomim gestimmt hatte, den Wechsel ausgefüllt und damit seine eigene Schuld beim Fürsten Sanguszko bezahlt. Der Fürst habe darauf gegen Daniel ein Exekütionsverfahren eröffnet, das Gedalja selbst leitete. In Daniels Abwesenheit sei Gedalja — nach der Behauptung des Klägers — in sein Haus eingedrungen, habe seinen Sohn Simcha geschlagen und sich mit seiner Schwiegertochter derartig gezankt, daß diese infolge der Aufregung das an der Brust gehaltene Kind fallen ließ und tötete. Der Rabbiner habe sich damals seiner nicht angenommen, und dadurch habe er sein Geld verloren. Jetzt erhob er gegen Theomim Anklage wegen Wechselfälschung und Mitschuld am Tode seines Enkelchens und verlangte von der Gemeinde, sie möge ihm seine Forderung an den Mobilien des Rabbiners sicherstellen1). Allein die Vorsteher erklärten, er besitze keinerlei Rechtsanspruch, zumal er während seiner Amtszeit die Gemeinde und einzelne ihrer Mitglieder beraubt und sie mit Steuerexekutionen bedrückt habe und nachher mit dem erbeuteten Gelde nach Sedziszöw, wo er Rabbiner war, durchgegangen sei2). Die Vor- Steher schickten vielmehr dem Rabbiner sein Eigentum nach Breslau. Als dann Daniel nach Krakau kam, um mit Hilfe einiger Adeligen zu seinem wirklichen oder vermeintlichen Rechte zu kommen, belegte, ihn das Rabbinatsgericht mit dem großen Banne und zwang ihn, die Stadt sofort zu verlassen3). Er wußte sich aber auf eine andere Art schadlos zu halten, indem er auf mehrere Fässer Branntwein, die der Faktor und Kompagnon Gedaljas (Mendel Isakowicz) in Lancut lagern hatte, Beschlag legte4). x) Rel. castr. 173, S. 934. 2) Rel. castr. 173, S. 957. 3) a. a. O. S. 960—963. '''־*■ 4) Rel. castr. 184, S. 587.

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