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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 1 · p. Seite 62

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 1
Article
Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau (1742 - 1945), und seine Zeit
Date
1917-01-01
Page
Seite 62 (sequence 12)
Language
German
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62 Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau. Da ich Euch schon einmal in meine Protektion genommen habe, so deklariere ich, Euch in derselben zu erhalten und werde genug Macht besitzen, um Euch vor jeder Impetitio zu bewahren. Schlaget Euch daher jegliche Furcht aus dem Kopfe und kommet ohne Zagen in die Landsmannschaft, und ich versichere Euch, daß ihr jederzeit bei mir und meinen Ämtern Schutz und Respekt finden werdet. Ich obligiere Euch daher, damit ihr Euch beeilet, die Rabbinatsfunktionen zu übernehmen und verbleibe mit Wohlwollen, Johann Tarlo, Wojewode von Sandomierz, General der podolischen Länder.« Auf der Rückseite: »Dem alttestamentarischen Herrn Joseph Icko Jonowicz, Landesrabbiner zu Krakau und Sandomierz1)« Trotz aller dieser Versicherungen seitens des höchsten Landesbeamten zögerte Isaak Joseph Theomim immer noch mit seiner Abreise nach Polen und sandte zunächst seine Frau, die mehrere Koffer und viele Kostbarkeiten mit sich führte, voran. Kaum hatte aber die junge Rabbinerin den kleinpolnischen Boden betreten, als sie in Dombrowa (auf dem Wege von Sandomierz nach Krakau) auf Befehl des Fürsten Sanguszko verhaftet wurde2). Formell hieß es, daß sie für die Schulden ihres Vaters und ihres Oheims, die mit den Fürsten Sanguszko Geschäfte führten, haftbar gemacht wird. In Wahrheit aber hatten kleinpolnische Juden dabei ihre Hand im Spiele. Sanguszko war Eigentümer von Tarnow. David Schmelkas Bruder, Isaak, war Rabbiner, Ezechiel Landau aber Vorsteher daselbst. Nichts liegt näher als die Annähme, daß beide — wenngleich jeder aus einem anderem Grunde — die Sache angestiftet haben. In ihrer trostlosen Lage wandte sich die Rabbinerin an ihren Vater, und dieser begab sich sofort zusammen mit seinem Bruder nach Grodno und beglich einen Teil seiner Schulden. Der Fürst Sanguszko schrieb darauf sogleich an den Eigentümer der ג) a. a. O. 2) a. a. O. Brief in polnischer Sprache, datiert aus Grodno.

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