Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Lazarus Bendavid
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Lazarus Bendavid. 45 Denn er ließ und läßt noch jetzt sein Kind sobald als möglich zum Studio des Talmuds übergehen, um es in Religionssachen nicht klüger werden zu lassen, als er selbst ist1).« Zu dem unmittelbaren Jüngerkreis Mendelssohns kann Bendavid nicht mehr gezählt werden. Von irgendwelchen näheren Beziehungen zu diesem großen Führer des jüngeren Geschlechts ist uns nichts bekannt2). Aber wie jedem Strebenden, so war Mendelssohn auch ihm mit seinem nie versagenden Wohlwollen entgegengekommen. Als nach dem Tode Lamberts3), bei dem er von einem Professor war eingeführt worden, ihm dessen Bibliothek nicht mehr zu Gebote stand, litt er, wie er berichtet, doch keinen Mangel an Büchern und Instrumenten, weil er unterdeß — B. war damals 15 Jahre — mit Mendelssohn bekannt wurde, der die auserlesensten mathematischen Werke besaß und sie ihm gern lieh4). In seiner Schrift: »Etwas zur Charakteristik der Juden« sagt er von Mendelssohn und von seinen Jüngern. Da erschien Mendelssohn. »Dieser Mann, den man zur Annahme der christlichen Religion bewegen wollte und ihm dadurch das schmeichelhafteste Zeugnis seines inneren Wertes beilegte.« »Dieser Mann zog die Aufmerksamkeit seiner Brüder in der Be- ג) Das. S. 122. 2) In der den »Gesammelten Schriften Moses Mendelssohns« vorangehenden Biographie wird allerdings unter den jungen Männern, die sich am Sonnabend bei Mendelssohn zu versammeln pflegten, auch Bendavid genannt (Ges. Schriften I, S. 44). Bendavid erwähnt davon nichts. 3) Johann Heinrich Lambert, berühmt als Mathematiker, Astronom, Physiker und Philosoph, geboren 1728 in Mühlhausen im Elsaß, gestorben in Berlin 1777 als Oberbaurat und Mitglied der Berliner Akademie. 4) Selbstbiographie S. 38. Ich weise hier noch auf folgende Erwähnungen Mendelssohns bei Bendavid hin. Gegen Mendelssohns Schönheitslehre polemisiert er in seiner Schrift: »Versuch über das Vergnügen« I, S. 84 f.; gegen Mendelssohns Lehre über die Wirkung des Erhabenen das. S. 124 f.; gegen M.s Lehre über die Empfindungen der Augen und des Ohrs in den »Beiträgen zur Kritik des Geschmacks« S. 197 A. 2.