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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 1 · p. 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 1
Article
Lazarus Bendavid
Date
1917-01-01
Page
26 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Lazarus Bendavid, Seine Stellung zum Judentum und seine literarische Wirksamkeit, Von Jacob Guttmann. Die einzigartige Erscheinung Moses Mendelssohns ist für das ihm unmittelbar folgende Geschlecht in gewissem Sinne zu einem Verhängnis geworden. Ein Wegweiser für die moderne Ent״ wicklung des Judentums, der er zu einem leuchtenden Vorbild geworden ist und, die bis auf den heutigen Tag in seinen Spuren wandelt, hat er in seinem engsten Kreise, in seinem eigenen Hause wie in der ihn umgebenden Jüngerschar, nicht das rechte Verständnis für sein Wesen und Wirken gefunden und hat es nicht verhüten können, daß seine auf eine Neugestaltung des Judentums gerichtete Lebensarbeit durch das Verhalten der ihm am nächsten Stehenden nicht nur nicht gefördert, sondern vielfach geradezu gehemmt und gefährdet worden ist. Es war eben nicht leicht, eine Entwicklung, wie sie Mendelssohn in seiner eigenen Person vollzogen hatte, auf einen weiteren Kreis zu übertragen. Mitten aus dem Ghetto heraus hatte Mendelssohn ohne jede Vermittlung, ganz durch seine eigene Kraft den Weg in das moderne Kulturleben gefunden, hatte er sich die Bildung seiner Zeit in ihrem vollen Umfange angeeignet und sich zu einem der gefeiertsten Vertreter des deutschen Geistes aufgeschwungen. Dabei aber hatte er sich in seinen religiösen Anschauungen wie in seiner Lebensführung, in der er auch nicht um Haaresbreite von der Beobachtung des überkommenen Religionsgesetzes abwich, die treueste Anhänglichkeit an das Judentum bewahrt. Freilich ging bei ihm Beides nebeneinander her, ohne sich gegenseitig zu durchdringen und zu einer inneren Einheit zu verschmelzen. Er hielt an der Überlieferung fest, ohne doch den Versuch zu machen, sie auch gedanklich zu begründen und, gestützt auf die religiösen

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