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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 1 · p. 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 1
Article
Der Fremde ist der Feind
Date
1917-01-01
Page
1 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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״Der Fremde ist der Feind.“ Ein Beitrag zur Fremdwörterfrage. Von M. Güdemann. Hand in Hand mit dem deutschen Kampf im Westen und Osten geht ein anderer deutscher Kampf — gegen die Fremd- Wörter. Der Schauplatz für jenen ist das Schlachtfeld, für diesen sind es die deutschen Zeitschriften und Tagesbiätter. In dem Kampf gegen die Fremdwörter wird glücklicherweise kein Blut vergossen, sondern nur Tinte und Druckerschwärze, aber er hat auch seine großen Schwierigkeiten. Dies erkennt man schon daraus, daß er wiederholt, aber immer vergeblich geführt wurde. Schon vor einigen Jahrhunderten suchte der »Purismus«, das Sprachreinigungsbestreben, sich durchzusetzen, aber es begegnete ihm das Schlimmste, was einem Unternehmen begegnen kann, — er machte sich lächerlich. Denn es ist keine Sprachreinigung, sondern eher eine Sprachverunreinigung, die für Kanapee Lotterbett, für Mantel Windfang und ähnliche Ungereimtheiten zu gebrauchen empfiehlt. Ebenso erging es dem gleichen Bestreben nach 1870, und man erinnert sich wohl noch, wie Stettenheim über die Verordnung des Generalpostmeisters Stephan, statt Kuvert Umschlag zu gebrauchen, durch die Notiz in den »Wespen« sich lustig machte, daß bei dem genannten Staatsbeamten ein Souper zu fünfzig Umschlägen stattgefunden habe. Vom Erhabenen bis zum Lächerlichen ist eben nur ein Schritt. Dies ist darum nicht weniger wahr, weil es ein geistreicher Franzose gesagt hat. Man braucht sich aber deswegen vom Kampf gegen die Fremdwörter nicht abschrecken zu lassen, nur muß man sich dabei vor dem einen verhängnisvollen Schritt in Acht nehmen, der in das Gebiet des Lächerlichen führt. Dazu ist es, wie in allen Dingen, nötig* der Sache auf den Grund zu gehen, ‘ d. h. im vorliegenden Falle zu untersuchen, wo eigentlich der Ursprung des sich immer wieder Monatsschrift, 61. Jahrgang. 1

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