Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 59 (1915)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1915-01-01
- Page
- 41 (sequence 3)
- Language
- German
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Kurze Mitteilungen und Besprechungen. 41 Ari Jakob Jehuda (S. 14 a) der bekannte Jakob Leon Tempi o gemeint sei, ist nicht leicht zu erkennen. — 9) Wie sich der Verfasser den Talmud vorstellt, ersieht man aus der Anmerkung S. 16 b. Er sagt: »Eine kürzere Sammlung (seil, der Gemara), in Palästina entstanden, heißt der jerusalemische, eine größere, in Babylon entstanden, der babylonische Talmud. Gewöhnlich ist der letztere im Gebrauch, der 12 dicke Bände umfaßt. Im Text erfahren wir dazu, daß »Rabbi (1.: Rab) Aschi sich durch die Redaktion des Talmud ein für alle Zeiten rühmliches Denkmal geschaffen hat«, und daß »sein Kollege Abina definitiv den Ausbau des Talmud vollendet hat«. — 10) Von Chajjim Joseph David Asulai (S. 19a), dem 1472 Zeile gewidmet sind, hören wir, daß er »Sammelagentin Livorno« gewesen ist. — 11) Über Bensef (in der Regel schreibt man Bensew) erfahren wir (S. 33 b), daß er das »vom Rabbiner (!) Saadja Gaon 873 in arabischer Sprache verfaßte und vom Rabbi Jehuda Ben(!) Tibbon 1562 ins Hebräische übersetzte Buch Emunoth vedeoth (richtiger: we־Deoth) kommentiert hat, und daß er »in Breslau die Grassische hebräische Buchdruckerei etabliert und dort 1796 eine von ihm verfaßte hebräische Sprachlehre verlegt« hat. In Wahrheit ist Saadja Gaon erst 892 geboren und war Jehuda Ibn Tibbon 1562 bereits etwa 400 Jahre tot, während die Breslauer privilegierte Stadtbuchdruckerei sich 1796 schon längst im Besitz der christlich germanischen Familie Graß befand und der junge Bensew, der damals als blutarmer Hauslehrer hier oder in Berlin gelebt hat, nie in seinem Leben in diesem prägnanten Sinne etwas »verlegt« hat. — 12) Von dem im August 1909 verstorbenen Professor Moses Bloch weiß der Verfasser (S. 42a) folgende Merkwürdigkeit zu erzählen: »Im Aufträge des Mekize niradumum(!)-Vereines sammelte er die bisher unedierten Responsen des Rabbiner Meier b. Baruch aus Rothenburg (Berlin 1891), dann gab er noch einmal die bereits in Prag erschienenen Responsen desselben Meisters heraus.« Dieses im Fluge zusammengeraffte Dutzend von Berichtigungen, das sich unschwer, sagen wir einmal, versechsfachen ließe, dürfte genügen zur Begründung der Bitte daß der Herr Verfasser sich zunächst nach einem wohl unterrichteten Revisor seiner Aufzeichnungen umsehe, bevor er diese veröffentlicht. r [6]