Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 59 (1915)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Ohne Titel] / Brann, Marcus
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 2)
- Language
- German
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Kurze Mitteilungen und Besprechungen. 35 die lebhafte Empfindung, daß aus diesem gärenden Most bei richtiger Behandlung sich ein edler Wein hätte entwickeln können. Uns Schlesier erfreut dabei besonders das Entzücken, mit dem das Riesengebirge, richtiger eigentlich das Glatzer Gebirge, auf den jungen Dichter gewirkt hat. Der erste Brief (S. 265 ff.) ist, wie es scheint, etwa in Reinerz geschrieben. Der junge Mann starb offenbar an einem organischen Leiden im 24. Lebensjahr (17. Februar 1852 in Wilna). Seine hebräische Übersetzung des dritten und vierten Buches der Aeneide ist viel gerühmt worden. Die russisch geschriebene Einleitung zu den Briefen und die in derselben Sprache verfaßten Anmerkungen dazu verstehe ich nicht und habe auch im Augenblick niemanden, der sie mir verdolmetschen könnte. [1] Bereits vor 40 Jahren hat der früh verstorbene L. Donath in seiner ״Geschichte der Juden in Mecklenburg״ (Leipzig 1874, S. 87 ff.) auf die Verdienste hingewiesen, die sich am Ausgang des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts einige Juden um die Anfänge des Tabakhandels in Mecklenburg erworben haben. Eine weitergreifende Studie über den Gegenstand hat dann 1910 W. Stieda nach archivalischen Quellen im 75. Jahrgang der Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, S. 131—232, veröffentlicht. Im 78. Jahrgang derselben Zeitschrift (1913, S. 375 f•) gib* S. Silberstein einige Nachträge und Berichtigungen dazu und weist darauf hin, daß die Akten über die Hofjuden, die manche Ergänzungen liefern, von Stieda nicht benutzt worden sind. [2] In den ״jüdischen Monatsheften“ דורש טוב לעמו, die seit dem 1. Januar 1914 von P. Kohn in Ansbach unter Mitwirkung von S. Breuer in Frankfurt a./M. herausgegeben werden, liest man S. 122: »Frankels Mischna-Forschungen beruhen auf einem Bruch mit einer der wichtigsten dogmatischen Grundlagen des überlieferten Judentums: auf der Leugnung des göttlichen Ursprungs der mündlichen Lehre. Ja, es liegen schriftliche Äußerungen Frankels vor, die auch über seine Stellung zur schriftlichen Thora ein seltsames Licht verbreiten.« Wenn nun S. 6 die »jüdischen Monatshefte« sich die Aufgabe stellen »dem Religionsgesetz und der Lebensauffassung der Ahnen die Treue zu bewahren« so ist hiernach die Tatsache festzustellen, daß Ziffer 1 des § 43 c. 334 des Sch. a. Jore Dea zu den religionsgesetzliehen Bestimmungen gehört, denen die jüdischen Monatshefte und