Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 119 (sequence 5)
- Language
- German
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Besprechung.!19 Gebenden waren. Aber auch schon In den ältesten Inschriften will man Spuren semitischen Einflusses entdeckt haben. Jedoch das sind Fragen, die zur Zeit noch nicht endgültig zu entscheiden sind. Im Norden sowohl als im Süden war man über die Nomadenperiode hinaus. Wir haben es hier also nicht mit Beduinen zu tun, sondern mit seßhaften Städtebewohnern. Die Hauptbeschäftigung der Bewohner war der Ackerbau. Man baute verschiedene Getreidepflanzen an, pflegte auch Obstkulturen. Auch die Viehzucht spielt eine bedeutende Rolle. Pferde kennt man noch nicht, als Zugtiere dienen Esel und Ochsen. Und ganz so wie in heutiger Zeit trieben diese Tiere auch die Wasserräder. (Nebenher: »Die Rinder der Götter wurden benutzt bei der Bewässerung der Ländereien der Statthalter.« Thureau-Dangin, a. a. O. S. 49, wodurch sie entweiht wurden, vgl. Numeri XIX, 2). Aller Handel und Wandel vollzog sich durch die Vermittelung der Priester. Der Tempelbezirk, der in den meisten Fällen wohl mit dem Sitze des Herrschers zusammenfiel, war nach jeder Richtung hin der Mittelpunkt des Landes. Schon diese wenigen Bemerkungen werden wohl genügen, um zu zeigen, von wie großer Bedeutung diese Texte sind. Von der Kultur der Sumerer ziehen sich Fäden zur Kultur und Sprache Israels. Ja, auch die klassischen Völker sind durch die Vermittlung der semitischen Babylonier von ihnen beeinflußt. Und bis in die moderne Zeit hinein lassen sich ihre Spuren verfolgen. Darum ist jedes Werk, das uns neue Kenntnis über diese alte Zeit vermittelt, willkommen und doppelt willkommen, wenn es sich in so schöner Form präsen« tiert, wie das vorliegende. Berlin. H. Pick.