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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 1 · p. 113

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 1
Article
Psalm XX in der synagogalen Liturgie [Nachricht]
Date
1914-01-01
Page
113 (sequence 1)
Language
German
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Notiz. Psalm XX In der synagogalec Liturgie. A m 11 נ o, Bischof von Lyon, Agohards Nachfolger im Amte und dessen gelehriger Schüler in judenfeindlicher Gesinnung, schrieb im Jahre 846 seine Epistel an die hohen Würdenträger der Kirche in welcher er sie zur Durchführung der KonzUienheschlüsse, die das Zurückdrängen der Juden bezweckten, aufgefordert hat. Neben dem Hinweis auf die Beschlüsse Heß er es auch an Beschuldigungen nicht fehlen, welche er den Juden zur Last legte, um gegen sie die gewünschte gehässige Stimmung hervorzurufen. Unter anderem sagt er: »Et in tantum Domini Jesu Christi odium exarserunt, ut ab Oriente usque in Occidentem, per ornnes regiones transmarinas et citramarinas, in quibus Judaet habitant, man data miserint, ne ullatenus in synagogis suis psalmum nonutn decimum, qui sub specie orationis totus de manifestissimo Salvaioris adventu scriptus est, decaniarent. Tulerunt igitur psalmum, qui per tot saecula in conventu synagogae «!aotidie inter caeteros fuerat decantatus, eumque usque in adventu Christi sui omnimodo silendmn esse decreverunt«. f Amulonis Epistola seu Liber Contra Judaeos. Mtgne, Patroiogia lat. CXVI, S. 146 ] Auf dem weiten Felde der jüdischen Literatur findet sich davon keine Spur, daß eine jüdische Gemeinde oder Schulbehörde Boten ausgesandt hätte, um den 20-ten (in der Vulgata den 19-ten) Psalm aus der synagogalen Liturgie auszuschalten. Wohl wäre es begreiflich, daß die Worte des Psalms v. 7. עתה ידעתי ביי הושיע ד, מש״חו eine solche Beschlußfassung veranlaßt haben mochten; sie konnte vielleicht die Folge einer unbekannten Disputation gewesen sein, wo die Vertreter der Kirche die Oberhand gewonnen haben, und da die liturgische Verwendung dieses Psalmes nicht zum Kernpunkt der synagogalen Gebetsordnung gehört, so konnte man sich leichten Herzens dazu entschließen, diesen Psalm auszuscheiden und damit die Angriffspunkte zu vermindern. Diese Annahme scheitert jedoch an der wohlbegründeten Vor• Aussetzung, daß die Durchführung eines solchen Beschlusses nicht so geheim vor sich gehen konnte, zumal nach dem Bericht des Amulo alle Gemeinden der Diaspora aufgefordert wurden, diesen Psalm aus Monatsschrift, 58. Jahrgang. 8

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