Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
- Date
- 1914-01-01
- Page
- 97 (sequence 1)
- Language
- German
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Die Darstellung der Inden im dentscben Boman des zwanzigsten Jahrhunderts. Von Josef Bass. (Fortsetzung, vgl. Jahrg. 57, S. 641 ff.) Der Roman selbst fängt wieder mit einer genauen Zeitangabe an, die bei der uns schon bekannten Vorliebe des jüdischen Verfassers für den katholischen Kalender und seiner ebenso bekannten Sicherheit darin, abermals ein arger Verstoß ist. Muß man denn gerade anfangen: »Im Jahre 1885 fing es in den Ebenen der Rednitz und Pegnitz einige Tage nach Mariä Himmelfahrt an zu regnen, und es regnete fast unaufhörlich bis Mitte August.«? Aber wenn schon, denn schon. Mariä Himmel■ fahrt fällt in katholischen und protestantischen Landen immer auf den 15. August. Nebenbei, auch in »Renate Fuchs* fliegen Ende September in München noch Schwalben herum, wahrscheinlich, weil sie sich vom bayrischen Bier nicht trennen können, oder weil sie sich irr! Kalender ebenso wenig auskennen wie Wassermann. Zwischen Altenberg und Zirndorf muß der Verkehr durch Boote vermittelt werden. Zwei Kähne kommen einander eines Tages entgegen und die Insassen des einen, darunter der Judenfeind Sperling, stoßen absichtlich an den andern, in dem fünf Juden sitzen; einer von ihnen, der siebzehnjährige Agathon, der Sohn Elkan Geyers, stürzt ins Wasser. Die Juden vermögen ihn nicht zu retten, denn als Juden können sie nicht schwimmen, »Wasser war ihnen das unfehlbar totbringende Element«, fehlt nur etwa die geistreiche Berner- Monatsschrift, 58. Jahrgang. 7