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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 1 · p. Seite 86

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 1
Article
Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
Date
1914-01-01
Page
Seite 86 (sequence 6)
Language
German
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$6 Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeiiteit. kömmlich geworden ist. Jacobsohn ist freilich nicht das gewesen, als was ihn Ooethe bezeichnet, ein »Judenheiland«. Aber seine große, edle Seele ist doch ganz ausgefüllt gewesen von der reinsten Menschenliebe. Kein Opfer war ihm zu groß, keine Arbeit zu schwer, keine Geldsumme unerschwinglich, wenn es galt, das Jammerlos seiner geknechteten Glaubensgenossen zu erleichtern. Seine Zwecke waren die lautersten, die Mittel, die er wählte, nicht selten verfehlt1). Gotthold Salomon hat wahrlich nicht zuviel gesagt, wenn er dem selbstlosen Philantropen bei der Gedächtnisfeier in Berlin die Worte nachrief: »Menschenliebe war das lebhafteste Gefühl im Herzen Jacobsohns und die Menschheit sein Wirkungskreis.« Geboren am 17. Oktober 1768 zu Halberstadt wollte er sich zuerst dem Rabbinerstande widmen*). Als Schwiegersohn des hochangesehenen braunschweigischen Kammeragenten und Rabbiners Herz Samson folgte er diesem im Januar 1795 in beiden Ämtern8). Wer ein lebensvolles Bild von der jammervollen Lage, von der trostlosen Misere gewinnen will, in der die Juden noch unmittelbar vor der französischen Zeit in Deutschland *) Die Biographie Jacobsohns haben Kleinschmidt im Jahrgang XXIII, Zeitschrift des Harzvereines für Geschichte und Altertumskunde (Wernigerode 1890) undZimmermann im »Braunschweigischen Magazin« 1906 gegeben. Ersterer behandelt die braunschweigische Periode seines Lebens, letzterer die spätere ausführlicher. Die jüdischen Quellen stehen beiden nur in ganz unzureichendem Maße zur Verfügung. Einen jüdischen Biographen hat Jacobsohn aber noch immer nicht gefunden. Siehe auch noch Allgem. deutsche Biogr; [ADB.J XIII, 619. ,j Braunschw. Magazin a. a. O. S. 97. Über seinen Vater Israel Jacob geb. 1729, gest. 1803 siehe Auerbach: »Geschichte der isr. Gemeinde Halberstadt« S. 137 ff. י) Dem des Kammeragenten und Landrabbiners für den Weserdistrikt, d. b. die jetzigen Kreise Gandersheim und Holzminden. Zum Kammeragenten wurde er ernannt durch Verfg. vom 30. Dez. 1794 und 5. Januar 1795 (Zeitschrift des Harzvereines a. a. O. S. 203), zum Landrabbiner am!.Januar 1795 (Braifnschweig.Magazin a. a. O. S. 98).

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