Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 3)
- Language
- German
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Das Königlich Westphäiische Konsistorium der Israeliten. 83 Steinhardt aus Hildesheim1), gehörte zu dieser ersten Ver- Sammlung. Drei Pariser, Mitglieder des großen Pariser Sanhedrin, Bechamin, Dalembert2) und Michel Berr2) wohnten als Ehrenmitglieder den Verhandlungen bei. Diese begannen am 11. Februar nachmittags, nachdem in der festlich geschmückten Synagoge ein Dankgottesdienst abgehalten worden war3). Jacobsohn wurde zum Präsidenten gewählt. Die Sitzungen fanden in der Landvorsteherstube statt und betrafen die verschiedensten Gegenstände. Die Versammlung verwarf die Idee, jüdische Volksschulen zu begründen, als zu kostspielig und unnötig. Die jüdischen Kinder sollten die christlichen Schulen besuchen und nur besonderen Religionsunterricht erhalten. Solchen zu erteilen sollte ausschließlich ein vom künftigen Konsistorium geprüfter Religionslehrer befugt sein, der sich streng an einen ebenfalls vom Konsistorium zu entwerfenden Katechismus halten sollte. An den städtischen Christliehen »verbesserten Schulanstalten* müsse möglichst ein Rabbiner Anstellung finden, der die jüdischen Kinder mit den Christliehen zusammen im Hebräischen und die ersteren allein inReligion unterrichten werde. Den Hauptberatungsgegenstand bildete die Errichtung des Konsistoriums selbst. Zum Präsidenten des Konsistoriums wurde der Präsident der Deputation, Jacobsohn, gewählt, der sich seine Kollegen im Amte, drei Rabbiner, zwei zugleich auch als Lehrer zu verwendende weltliche Räte und den Sekretär zunächst selbst wählen sollte. Der Präsident sollte kein, die geistlichen Räte je 500, die weltlichen je 250 und der Sekretär 500 Taler Gehalt beziehen. Auf Einwohner des Königreichs sollte Jacobsohn bei der Auswahl nicht >) Siehe weiter unten. ־) Über Dalembert siehe weiter unten. Über Berr vgl. Oraetz, Band XI8, S. 280 f. s) *Jedidjat a. a. O. S. 62. 6’