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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 80

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 1
Article
Die Judengesetzgebung Friedrich Wilhelms II.
Date
1913-01-01
Page
Seite 80 (sequence 7)
Language
German
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80 Die Judengesetzgebung Friedrich Wilhelms II. dem Gebrauch ihrer Betriebsamkeit und der Verbesserung ihres Loses«1). Alles in allem war demnach Friedrich Wilhelm, mochte auch der literarische Niederschlag der Ideen Mirabeaus über seine Regierungsanfänge teilweise hinausreichen, trefflich disponiert, als seine jüdischen Untertanen es wagten, unmittelbar an ihn heranzutreten. Am 21. August entbot die Berliner Gemeinde ihren Glückwunsch8), am 6. September folgte eine Adresse der Breslauer Ältesten nach* *); den Berlinern dankte Tags darauf ein schmeichelhaftes Kabinettsschreiben, das der königlichen Huld und Gnade versicherte*). Nachdem der erste Schritt so günstig ausgefallen war, ging man weiter. Ara 3. Oktober überreichte man ein Huldigungsgedicht, das gleichfalls eine gute Aufnahme fand. Die zehn Strophen, die es umfaßte, verrieten etwas deutlicher die Erwartungen, mit denen man sich dem Throne nahte; die beiden letzten sprachen es freimütig aus: Auf Jakobs Kinder, die Dich lieben, schau herab. Sie sehn’s, daß Gottesfurcht wie Kronen Dein Haupt Verehren Deine Groß’ und Majestät: [umgiebt, Sie bringen heute diese kleine Gabe dir, Und beugen vor des Thrones Stufen voll Ehrfurcht sich. O! laß sie Gnad’ in Deinen Augen schau’n. An diesem Tage, da wir Gott um Gnade flehn, Der uns Versöhnungstag für unsere Sünden ist, Wird Gott bei Dir uns Gnad’ und Huld verleihn. Auch wir sind Deine Kinder, sind Dir zugethan: 4) Das. S. 56. Daß die Juden an Mirabeaus Tätigkeit mindestens direkt unbeteiligt waren, dürfte aus dem Berliner Brief vom 27. August 1786 folgen, der sich über die Weigerung der Juden, fiir den »Men״■ delssohru Material zu liefern, bitter beklagt. «) König, S. 319. *) Freudenthal, S. 44. *) König, S. 319.

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