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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 42

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 1
Article
Die ältesten Nachrichten über die Juden in Halle
Date
1913-01-01
Page
Seite 42 (sequence 11)
Language
German
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42. Die ältesten Nachrichten über die Juden in Halle. Aus den lateinischen Quellen erfahren wir zwar nichts über Vorgänge in Halle während des 1. Kreuzzuges. Es herrscht überhappt über die Geschichte dieser Stadt, obwohl sie schon 806 erwähnt wird, bis ins 12. Jahrhundert hinein ein fast völliges Stillschweigen. Doch schon im ersten Viertel dieses Jahrhunderts erscheint Halle als eine ansehnliche Stadt mit einem Kloster und mehreren Kapellen oder Kirchen. Seinen bedeutenden Handel ersieht man daraus, daß Bischof Otto von Bamberg auf seiner Reise nach Pommern im Jahre 1128 hier nicht nur einen großen Vorrat an Salz, sondern auch viele kostbare Stoffe und Geräte einkauft1). Es wäre also nicht unwahrscheinlich, daß die Stadt bereits im letzten Jahrzehnt des 11. Jahrhunderts diese Bedeutung besessen hätte. Aus den angeführten hebräischen Quellen sehen wir dann weiter, daß die jüdische Niederlassung in Halle auch während des zweiten Kreuzzuges bestanden und gelitten hat2 *). Der Keller voll Wein, von dem bei Isaak Or Sarua aus Anlaß der Entscheidung des Elieser aus Böhmen die Rede ist8), läßt auf einen großen Weinvorrat und somit auf Weinhandel schließen. Der in Halle ausgestellte Scheidebrief setzt dort um die Mitte 18. Jahrhundert die Anwesenheit eines talmudischen Gelehrten voraus, unter dessen Leitung die Scheidungsurkunde ausgestellt wurde. Da diese nach den eigenen Worten des Chiskija aus der Stadt seines Korrespondenten stammt4 * * *), so befand sich Ablgedor zu dieser Zeit in Halle. Ob er dort das Amt eines Rabbiners ף Hertzberg I, S. 43 f., 51 f., 68. 2) Die Verfolgung während des zweiten Kreuzzuges in Halle scheint eine Haitische Chronik zu bestätigen, die von blutigen Aufläufen gegen die Juden in dieser Stadt spricht. Siehe Auerbach, Gesch. der israelit. Gemeinde in Halberstadt, S. 5. Nach Auerbach erwähnen viele jüdische Memorialbücher eine Vertreibung der Juden aus Halle zur Zeit des zweiten Kreuzzuges. J) Siehe S. 39, Anm. 5. על גט אחד שהובא מעייכם ף : Kohn a. a. o. S. xxix unt.

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